3 Trends für den Handel, um die Läden von morgen auszustatten

Ralph Siegfried

Dem Rieplschem Gesetz nach – eine Hypothese, die der deutsche Journalist Wolfgang Riepl formuliert hat – werden neue Medientypen die bestehenden niemals verschwinden lassen. Zum Beispiel wird das Radio niemals die Zeitung ersetzen. Hier handelt es sich vielmehr um eine Konvergenz, die oft zu einer anderen Art der Nutzung alter Medientypen oder deren Verbesserung führt.

Die gleiche Annahme kann in verschiedenen Sektoren, wie z.B. dem Handel, angewendet werden. Als das Online-Shopping aufkam, dachten viele Menschen, es würde die physischen Einzelhandelsgeschäfte ersetzen. Nun werden jedoch neue Geräte und Technologien, wie z.B. die Analytik, eingesetzt, um das Kundenerlebnis im stationären Handel zu verbessern. Tatsächlich verschwinden die Filialen nicht – es haben sogar 8.500 Filialen neu eröffnet (TD Insights) – nicht zuletzt, weil immer mehr klassische Online Händler nun auch stationäre Läden eröffnen.

Basierend auf einer Umfrage von Axis zur Zukunft des Einzelhandels präsentieren wir drei Haupttrends. Diese werden Einzelhändlern helfen, ihr Geschäft auf dem neuesten Stand zu halten und Kunden ein besseres Einkaufserlebnis zu bieten:

Trend 1: Der Einzelhandel bewegt sich in Richtung Omni-Channel-Umfeld

76 % der Käufer in New York City kaufen sowohl online als auch in stationären Geschäften ein. Dies ist ein Indikator dafür, wie sich der Einzelhandel in Richtung einer echten Omni-Channel-Umgebung entwickelt. So bestehen beide Kanäle nebeneinander und stehen nur bedingt im Wettbewerb zueinander. Ein gesteigertes Umweltbewusstsein führt zunehmend zu dem Wunsch, Lieferungen und Retouren zu reduzieren. Auch das Anstehen in der Post wird als lästig empfunden. Dagegen ist der Einkaufsbummel mit Freunden aktueller denn je. Kunden möchten online überprüfen, welcher Laden die gewünschte Ware in der richtigen Größe vorrätig hat und sich dann im Laden von der Qualität der Produkte überzeugen. Darüber hinaus erhöht der Omni-Channel den Komfort weiter durch Services wie Click and Collect, mit denen Kunden den Artikel online reservieren können, so dass sie ihn sofort beim Besuch des stationären Geschäfts probieren und kaufen können.

Trend 2: Komfort & Anpassung durch Technologie

Komfort ist ein wichtiger Faktor für den Käufer – und einer der Gründe, warum Online-Shopping heute so erfolgreich ist. Komfort erhöht das individuelle Einkaufserlebnis des Kunden und gibt ihm das Gefühl, wertvoll zu sein. Beides kann mit Hilfe modernster Technik erreicht werden: Durch die Analyse der Ladengestaltung und die Überprüfung des aktuellen Geschehens im Geschäft können beispielsweise Warteschlangen verkürzt und neue Kassen geöffnet werden. Ein weiterer Aspekt eines (technologisch) verbesserten Checkout-Prozesses wäre die Zahlung selbst: Mit mobilen Bezahlterminals für Verkäufer und der Möglichkeit, mit Karte oder sogar online zu bezahlen, bevor sie in den Laden gehen, können die Geschäfte die Wartezeiten verkürzen und so das Kundenerlebnis weiter verbessern.

Durch den Zugang zu Informationen und Technologien ist sich der Konsument der Individualisierung viel stärker bewusst – und erwartet auch ein individuelleres Erlebnis im Geschäft. Der Einzelhändler ist für das Einkaufserlebnis des Kunden verantwortlich. Das bedeutet, dass er seine Kunden durch Implementierung der neuen Technik dort abholen muss, wo sie sich gerade aufhalten – nämlich in seinem Ladenlokal. Beispielsweise durch eine gezielte, persönliche Beratung durch einen Verkäufer, welcher die wichtigsten Informationen über seinen Kunden aus dessen Profil bereits vorliegen hat. So lässt sich eine positive Einkaufserfahrung verstärken. Und diese positive Einstellung verbinden Kunden mit einer Marke bzw. letztendlich mit dem Shop des Einzelhändlers. In Shanghai gaben 88 % der Teilnehmer an, dass sie die Hilfe der Verkäufer schätzen, wenn sie auf der Suche nach einem bestimmten Produkt sind. Wichtig ist es, dass sich Stammkunden wiedererkannt fühlen. Ein weiterer Convenience-Aspekt, der von 87 % der Käufer in New York erwähnt wurde, war eine kostenlose und einfache Möglichkeit, Produkte zurückzugeben.

Trend 3: Multifunktionalität

Die ganze Welt und alle unsere Geräte und Werkzeuge sind heute vernetzt. Auf diese Weise lassen sich Systeme und Lösungen so integrieren, dass sie unterschiedlichste Aufgaben erfüllen. So lässt sich eine verstärkte Cross-Funktionalität in den Filialen und zwischen den verschiedenen Disziplinen in einer Einzelhandelsumgebung erreichen. Mit der immer stärker werdenden Verbreitung des Internet der Dinge (IoT) ist es möglich, dass die zunehmende Vernetzung von Geräten letztendlich zu einem maßgeschneiderten Erlebnis für die Shop-Besucher beitragen kann.

Fazit:

Die wichtigsten Ergebnisse unserer Umfrage sind, dass Kunden drei Hauptprioritäten haben: Kosten, Komfort und Anpassung. Durch die Implementierung von Technologien können Einzelhändler Kosten senken, indem sie den Geschäftsbetrieb optimieren und den Käufern ein maßgeschneidertes Erlebnis bieten, das auf ihren Gewohnheiten, Mustern, Aktivitäten und sogar ihrer spezifischen demografischen Situation basiert. Durch eine Analyse des Kaufverhaltens können Shops auch hinsichtlich Ladendesign und Ausstattung gleich von Beginn an zielgerichtet geplant werden. Es ist wichtig zu verstehen, wo sich die Käufer aktuell aus technologischer Sicht befinden, sie im Fokus zu behalten und damit als Einzelhändler nicht den Anschluss zu verpassen. Zukünftig könnten intelligente Technologien beispielsweise in den Umkleidebereichen in Form von Smart Mirrors zum Einsatz kommen, die den Kunden bei der Wahl der richtigen Größe oder Farbe unterstützen. Was auch immer die Zukunft(stechnologie) für den Einzelhandel bedeutet, es ist wichtig, aufgeschlossen zu bleiben und sich mit der Innovation zu beschäftigen und zu entwickeln.

Download

Wenn Sie mehr über die Trends und Bedürfnisse der Einzelhändler der Zukunft erfahren möchten, können Sie den Einzelhandelsbericht von Axis hier herunterladen.