Smart City – Was bedeutet das eigentlich?

Täglich begegnen wir immer wieder Schlagzeilen rund um Smart City. Seien es Smart City Projekte, Städte mit der smartesten Lösung oder Regierungen auf der ganzen Welt, die Milliarden in sogenannte Smart Cities investieren. Und die Frage lautet stets: Was genau ist eine Smart City eigentlich?

Heute wird diese Frage sicher in den meisten Fällen bei Google eingegeben, um darauf eine schnelle Antwort zu erhalten. Eines der ersten Ergebnisse ist die Zusammenfassung bei Wikipedia, die eine Smart City unter anderem als eine „gesamte städtische Umgebung“ beschreibt, die „mit Sensoren versehen (ist) und sämtliche erfassten Daten in der Cloud verfügbar“ macht.

Wie die folgende Grafik zeigt, gibt es eine Reihe von potentiellen Faktoren, die einen Beitrag zu der Entwicklung einer „smarten“ Stadt leisten können:

Smart City Infrastructure

Source: ADTELL Integration

Keine allgemeingültige Definition

Indien ist eines der Länder, das einen nationalen Ansatz für eine smarte Stadt geleistet hat. Die indische Regierung hat bei der Beantwortung dieser heiklen Frage einen bescheidenen, objektiven Ansatz gewählt: „Die Antwort ist, dass es keine allgemein akzeptierte Definition einer intelligenten Stadt gibt. Die Konzeptualisierung einer Smart City variiert daher von Ort zu Ort und Land zu Land, je nach Entwicklungsstand, Veränderungs- und Reformbereitschaft, Ressourcen und Ansprüchen der StadtbewohnerInnen.“ (Quelle: Smart Cities Mission)

Liegt die Antwort also in den Zielen?

Um dieses Thema greifbarer zu machen, ist es sinnvoll sich auf die Kernziele zu fokussieren, auf die die meisten Smart City Projekte ausgerichtet sind. Dieser Ansatz wurde bereits ein Jahr zuvor von einem Axis Experten gegenüber Systemintegratoren und Stadtvertretern in Glasgow, Schottland präsentiert. Basierend auf den Ergebnissen wurde diese objektive Erklärung einer intelligenten Stadt mit Städteplanern, Journalisten, Technologiepartnern und Kollegen auf der ganzen Welt geteilt. Mit dem zu meist einstimmigen Ergebnis, dass die Thematik dadurch besser verständlich wurde.

Sechs Smart City Kernziele – und das Fokusthema

Anstatt also von Smartem Parken, Smartem Gesundheitswesen, Smarter Landwirtschaft, Smartem Transport, Smarter Regierung, Smarter Energie oder Smartem Dies und Das zu sprechen, kann man sich ansehen, wie Smart City Initiativen initiiert werden, um eines oder mehrere der folgenden Ziele zu erreichen:

  • Effizienz der Dienstleistungen – zur Optimierung der Nutzung öffentlicher Ressourcen und zur Bereitstellung eines hohen Niveaus an Bürgerdienstleistungen.
  • Nachhaltigkeit – Wachstum und Entwicklung einer Stadt unter Berücksichtigung der Umweltauswirkungen.
  • Mobilität – um es Bürgern, Arbeitern und Besuchern zu erleichtern, sich in einer Stadt zu bewegen, sei es zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln.
  • Sicherheit & Schutz – zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit im Alltag und bei besonderen Anlässen sowie zur bestmöglichen Vorbereitung auf Notfälle und Katastrophen.
  • Wirtschaftswachstum – um Unternehmen, Investoren, Bürger und Besucher anzuziehen.
  • Image – um das Image und den Ruf einer Stadt ständig zu verbessern.

Unabhängig von ihren Kernzielen, werden erfolgreiche Smart City Projekte den Städten helfen, ihrem Ziel, die Lebensqualität zu verbessern, näher zu kommen:

Sechs Kernziele, um eine Stadt lebenswerter zu machen
Sechs Kernziele, um eine Stadt lebenswerter zu machen
Technologische Grundsteine einer intelligenten Stadt

Smart City Projekte haben in der Regel drei gemeinsame technologische Kernpunkte – IoT Sensoren, Konnektivität und Daten. Die Sensoren werden durch jedes angeschlossene Gerät repräsentiert, das Informationen an das Netzwerk liefert, die Konnektivität wird durch feste oder drahtlose Netzwerke gewährleistet und die Daten stellen Speicherung, Analyse und Darstellung von Echtzeit- und historischen Daten dar. Durch die Verbindung dieser drei Grundsteine erhalten Städte eine leistungsfähige Plattform für neue und effizientere Wege, um lebenswertere Städte zu schaffen. Dies wird mit folgenden Smart City Anwendungsbeispielen verdeutlicht:

  • Smarte Abfallwirtschaft: Die Abfallcontainer sind mit Sensoren ausgestattet, die dem Entsorgungsunternehmen die Füllmenge melden. Die Abfallsammelrouten werden entsprechend den aktuellen Bedürfnissen angepasst und optimiert.
  • Smarte Parklösungen: Sensoren erfassen verfügbare Parkmöglichkeiten, die dem Fahrer entweder über digitale Schilder entlang der Straße oder über mobile Apps angezeigt werden, so dass er ohne großen Aufwand die beste Parkmöglichkeit findet.
  • Smarte Gebäudeautomationssysteme: Systeme, die beispielsweise Heiz- oder Klimavorrichtungen automatisch auf das Niveau der Auslastung anpassen und sicherstellen, dass das Licht aus ist, wenn sich niemand im Raum befindet.
  • Smarte Sicherheits- und Schutzlösungen: Verschiedene Sensoren und angeschlossene Kameras ermöglichen es der Polizei und anderen Ersthelfern effizient auf Vorfälle und Notfälle zu reagieren und diese schnellstmöglich zu lösen.
Die Lebensqualität steht an erster Stelle

Jeder dieser Anwendungsfälle befasst sich mit mehr als einem der sechs oben genannten Schlüsselziele einer intelligenten Stadt und basiert auf verschiedenen Kombinationen von Sensoren, Konnektivität und Daten. Für künftige Diskussionen über Smart-City-Projekte kann es hilfreich sein, sich die sechs Kernziele in Erinnerung zu rufen und zu überlegen, wie Sensoren, Konnektivität und Daten im jeweiligen Bereich eingesetzt werden, um die allgemeine Lebensqualität in der Stadt zu verbessern.

 

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem englischsprachigen Blog.