Wie Sicherheitstechnologie Städte bei Nachhaltigkeit unterstützen kann

Nachhaltigkeit sollte bei uns allen ganz oben auf der Agenda stehen.

Was viele nicht wissen: Städte haben einen unverhältnismäßig großen Einfluss auf die Umwelt. Als wichtige Wirtschaftsfaktoren, die mehr als 80 % des globalen BIP erwirtschaften, sind sie auch für mehr als 70 % der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Und dass, obwohl sie nur 2 % der Erdoberfläche bedecken. Sie sollten daher im Mittelpunkt stehen, wenn es darum geht, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Schätzungen zufolge werden im Jahr 2050 sieben von zehn Menschen in urbanen Gebieten leben. Städte sehen sich mit einer Reihe von Vorschriften, Strategien und Erwartungen sowohl von Organisationen als auch von Bürgern konfrontiert. Durch die Pandemie haben die Menschen eine neue Sichtweise darauf, wie sie leben wollen und was ihnen wichtig ist. Sauberkeit, freie Flächen und Grünzonen werden immer bedeutender. Die gute Nachricht: Es scheint, als ob sich viele Stadtverwaltungen der Herausforderung auch stellen wollen.

Blaupause für eine bessere Zukunft: Die Sustainable Development Goal

Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, kurz SDG) der Vereinten Nationen sind ein wichtiger Rahmen. Sie wurden 2015 ins Leben gerufen und sollen idealerweise bis 2023 erreicht werden. Es handelt sich dabei um 17 miteinander verknüpfte globale Ziele, die als „Blaupause für eine bessere und nachhaltigere Zukunft für alle“ dienen sollen.

Diese Ziele stehen ganz oben auf der Prioritätenliste, so ergab zumindest eine Studie, die 200 Städte weltweit auf ihre Nachhaltigkeit untersuchte:

  • 67 % der befragten verantwortlichen Stadtentwickler wollten die Sicherheit ihrer Bürger durch Stadtplanung verbessern.
  • Ebenso viele wollten Nachhaltigkeitskriterien in lokale Planungsprozesse integrieren.
  • Zwei Drittel (59 %) wollten Umweltkriterien in Investitionsentscheidungen einbeziehen.
Von der Sicherheitstechnik zu verwertbaren Daten

Die Sicherheit der Bürger wirkt sich direkt auf die Lebensqualität in Städten aus. Kein Wunder also, dass die IP-Videosicherheitstechnologie eine zentrale Rolle spielt und ständig weiterentwickelt wird. Viele dieser Neuerungen gibt es im Bereich der Videoanalyse. Hier können Daten von verschiedenen Sensoren, wie Netzwerk-Kameras, miteinander verknüpft werden und als eine Grundlage für Entscheidungen dienen.Green meadow in a city

Die drei wichtigsten Bereiche sind Umwelt, Mobilität und öffentliche Sicherheit. Diese Bereiche sind eng miteinander verknüpft und zeigen die Notwendigkeit, Daten-Silos aufzubrechen und den Datenaustausch innerhalb der Stadt zu ermöglichen.

Die Umwelt als Maßstab für Nachhaltigkeit

Die Überwachung von Umweltfaktoren ist für die Nachhaltigkeit von Smart Cities und die Gewährleistung der Gesundheit sowie des Wohlbefindens der Bürger von entscheidender Bedeutung. Ein Vorteil der Nachhaltigkeitsziele liegt darin, dass sie sehr detailliert sind.

Zum Beispiel: Ziel 11, Zielvorgabe 11.6, in dem es heißt: „Bis 2030 die negativen Umweltauswirkungen von Städten pro Kopf zu verringern, unter anderem unter besonderer Berücksichtigung der Luftqualität und der Bewirtschaftung von Siedlungsabfällen und anderen Abfällen“. Die Indikatoren dafür sind der Anteil der gesamten Siedlungsabfälle, die in kontrollierten Anlagen gesammelt und entsorgt werden, und der Jahresmittelwert der Feinstaubbelastung in der urbanen Luft. Diese Daten sind mess- und vergleichbar und somit kann das Erreichen der Ziele via der bereits angesprochenen Technologien überprüft werden.

AXIS Q61-Camera

Lärmbelästigung


Schlechte Luftqualität (und Lärmbelästigung) stehen in engem Zusammenhang mit ernsthaften Gesundheitsproblemen. Hochempfindliche Umweltsensoren – z.B. zur Messung der Luftqualität – in Verbindung mit Videoüberwachung warnen Stadtverwaltungen frühzeitig vor Problemen und ermöglichen es ihnen durch visuelle Kontrolle, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. So überprüfte beispielsweise die niederländische Stadt Almere die Luftqualität und Lärmbelastung während der Floriade in 2022. 

Die gesammelten Daten werden analysiert und dienen als Grundlage für weitere, langfristig angelegte Initiativen zur Reduzierung von Umweltverschmutzung und Lärm.

Netzwerk-Kameras können auch zur Überwachung der Abfallsammlung eingesetzt werden: So kann festgestellt werden, welche Art von Abfall gesammelt wird und ob dieser mit den Nachhaltigkeitszielen übereinstimmt. Das Ziel ist hier, die illegale Abfallentsorgung (einschließlich der Entsorgung von Abfällen in den Ozeanen, die unter Ziel 14.1 fällt), Vandalismus und sogar Umweltverschmutzung aufzudecken und zu verhindern. Dies wird unter anderem bereits in den belgischen Städten Lummen und Beringen eingesetzt.

Wertvolle Daten im Kampf gegen den Klimawandel sammeln

Weltweit kommt es immer häufiger zu schweren Unwettern, die das Potenzial haben, die städtische Infrastruktur und die Bereitstellung kritischer Dienstleistungen zu stören und damit auch die Bürger zu gefährden. Hierauf zielt die Zielvorgabe 11.5 ab: „Verringerung der negativen Auswirkungen von Naturkatastrophen“ mit Indikatoren, die sich auf den Verlust von Menschenleben und die Störung kritischer Infrastrukturen beziehen.

City bike

Axis Kameras und IoT-Sensoren werden eingesetzt, um Frühwarnsysteme für Überschwemmungen in Städten einzurichten. So haben die Behörden Zeit, sich auf Unwetter vorzubereiten. Die Verantwortlichen werden alarmiert, sobald die Systeme feststellen, dass ein Schwellenwert überschritten wurde. Über die vernetzte Technologie lassen sich dann Live- und aufgezeichnete Nachrichten und Anweisungen übermitteln, um bei Evakuierungsmaßnahmen oder der Umleitung des Verkehrs zu helfen. Nach Naturkatastrophen kann die Videosicherheitstechnologie auch eine große Hilfe bei Rettungs- und Hilfsmaßnahmen sein, wobei die langfristig gesammelten Daten für die Planung des Hochwasserschutzes genutzt werden können.

Intelligente Beleuchtung spart Energie

Neben der Überwachung von Umweltverschmutzern und Naturkatastrophen unterstützen Axis Sensoren auch die Bemühungen einer Stadt um Nachhaltigkeit durch adaptive Beleuchtung. Mit Sensoren ausgestattete LED-Straßenlaternen ermöglichen es den Betreibern, die Beleuchtung an Wetterbedingungen wie Nebel, Regen usw. sowie an die natürlichen Lichtverhältnisse anzupassen. So verbrauchen die Straßenlaternen nur bei Bedarf Strom und senken die Energieemissionen der Stadt und die Kosten für den Betrieb der öffentlichen Beleuchtung.

Nachhaltige Mobilität und Verkehr

Den Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich frei und einfach fortzubewegen, ist ebenfalls ein grundlegender Bestandteil der Lebensqualität in einer Stadt und wird durch Ziel 11.2 der SDGs abgedeckt: „Erschwingliche und nachhaltige öffentliche Verkehrssysteme“. Der Verkehr in Städten sollte möglichst geringe negative Auswirkungen auf die Umwelt haben (und steht in direktem Zusammenhang mit unseren vorherigen Punkten zu Luftqualität und Lärmbelästigung).

Die Videosicherheit trägt dazu bei, im öffentlichen Personennahverkehr für mehr Sicherheit zu sorgen. Auch im Verkehr kann dank Netzwerk-Kameras das Geschehen digital beobachtet werden und beispielsweise bei einem raschen Anstieg des Verkehrsaufkommens die verantwortlichen Personen alarmieren.

Im Rahmen des SDG 3 „Gesundheit und Wohlbefinden“ bezieht sich ein spezifisches Ziel auf die Verringerung von Verletzungen und Todesfällen im Straßenverkehr. Auch hier ist die Videoüberwachung durch die Analyse von Verkehrsvorfällen von großem Nutzen für ein effizientes und sicheres Management des städtischen Verkehrs, ob öffentlich oder privat.

Daten von Umweltsensoren und Videoüberwachungskameras werden zunehmend als proaktives Instrument für die Planung und das Management der Verkehrsinfrastruktur genutzt, um deren Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern. Videoüberwachungsdaten können auch genutzt werden, um die Mobilität der Bürger zu unterstützen, z. B. durch die schnelle und effiziente Weiterleitung von Autofahrern zu freien Parkplätzen oder Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Öffentliche Sicherheit in Städten

„Den Menschen ein Gefühl der Sicherheit zu geben“ ist ein Ziel für jede Stadt und wird teilweise unter Ziel 11.7 behandelt: „Zugang zu sicheren und integrativen Grünflächen und öffentlichen Räumen schaffen“. Dies ist auch eine der grundlegenden Aufgaben der Videosicherheit in der gesamten Stadt.

Stadtzentren sind aufgrund ihrer Bevölkerungsdichte Orte, die sowohl kriminelle Aktivitäten anziehen als auch Orte, an denen Zwischenfälle und Notfälle schnell zu einer ernsten Gefahr für eine große Anzahl von Menschen werden können. Nachhaltigkeitsziel 16, „Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen“, deckt eine Reihe relevanter Bereiche im Detail ab, mit spezifischen Zielen zur Verringerung von Gewalt und zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität.

Das Thema Sicherheit durch Videoüberwachung ist nicht neu. Inzwischen arbeiten die Netzwerk-Kameras intelligenter und präziser und können so eine proaktive Vorgehensweise ermöglichen. Also die Tendenz für einen Stau erkennen, bevor er passiert.

Anstatt sich nur auf die manuelle Überwachung zu verlassen, kann die zunehmend intelligente Videoanalyse mehrere Videoströme überwachen, Anomalien, ungewöhnliche Muster, bestimmte Objekte oder verdächtiges Verhalten erkennen und die Aufmerksamkeit eines Bedieners schnell auf die Szene lenken. Eine Intervention kann dann durch Notrufdienste oder Lautsprecher vor Ort ausgelöst werden, die entweder Kriminelle warnen, dass sie beobachtet werden, oder den Menschen am Tatort Hilfe, Rat und Anleitung anbieten.

Eine solche schnelle Reaktion kann eine Straftat verhindern, bevor sie begangen wird, die Eskalation eines Vorfalls verhindern, ein bestimmtes Gebiet evakuieren oder direkte Hilfe leisten, bevor die Rettungsdienste eintreffen.

smar city

Die Nachhaltigkeitsziele gehen jedoch über die Verbrechensverhütung hinaus und bieten der Videoüberwachung weitere Möglichkeiten. Im Rahmen von Ziel 16, in dem von „starken Institutionen“ die Rede ist, geht es in Ziel 16.3 um die Förderung der Rechtsstaatlichkeit und die Gewährleistung des gleichen Zugangs zur Justiz für alle. Die Sicherstellung der Authentizität und der Verwertbarkeit von Beweismaterial, das durch Videoüberwachung und am Körper getragene Kameras gewonnen wurde, ist für ein faires und gleichberechtigtes Justizsystem von entscheidender Bedeutung.

Kontinuierliches Ausloten von Möglichkeiten zur Förderung der Nachhaltigkeit

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie Videoüberwachung und andere Sensoren direkt dazu beitragen können, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Zusammen mit der Forschung von ESI ThoughtLab wird deutlich, dass Technologie und Daten entscheidend für den Erfolg sind. Nahezu jede Entscheidung, die eine Stadtverwaltung trifft, sollte im Hinblick auf ihren Beitrag zu den Nachhaltigkeitszielen geprüft werden. Das jüngste Engagement der Stadtverwaltungen und die technologischen Innovationen – auch von Axis und seinen Partnern – stimmen uns optimistisch.

Erfahren Sie mehr über unsere Arbeit zu intelligenten Städten

Der Artikel wurde im Juli 2023 im englischen Blog Secure Insights von Andreas Göransson veröffentlicht.