Auf dem Weg in die Zukunft des intelligenten Verkehrs

Jan Engelschalt

Trotz dieser beispiellosen Zeit der sozialen Distanzierung und Selbstquarantäne müssen wir alle daran glauben, dass die Gesellschaft zu einer gewissen Normalität zurückkehren wird. Bevor der private und kommerzielle Verkehr fast völlig zum Erliegen kam, wurde er zweifellos immer schlimmer. Und leider sehe ich dies für die Zukunft immer noch voraus.

In der heutigen Zeit, in der mehr Autos auf den Straßen unterwegs sind als je zuvor, erleben wir mehr Staus, Unfälle und andere Zwischenfälle am Straßenrand. Durch zusätzliche Faktoren wie Urbanisierung, niedrige Treibstoffkosten, Bevölkerungswachstum und typische Störquellen wie Straßeninstandhaltungsmaßnahmen sehen sich die Verkehrsmanagementzentren (Traffic Management Centers, TMC) mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert, um den Verkehr in ihren Bezirken effektiv zu steuern.

Als Drehscheibe für die Überwachung und den Betrieb von Autobahnen wird ein TMC rund um die Uhr betrieben, um die benötigte Aufsicht zu gewährleisten und den Verkehr in Bewegung und die Straßen frei zu halten. Wie Sie sich vorstellen können, ist es eine enorme Herausforderung, jederzeit klar sehen zu können, was geschieht, und Probleme sofort zu erkennen, wenn sie auftreten, und zwar mit Echtzeit-Situationsbewusstsein.

Warum ist ein Echtzeit-Situationsbewusstsein so wichtig?

Das Sammeln und Verwalten von Daten in Echtzeit hilft den TMCs, jede Verkehrssituation schnell einzuordnen, insbesondere bei Vorfällen oder Situationen, die von der Norm abweichen. Auch wenn es sich dabei um eine kurzfristige Lösung handelt, können Verkehrsdaten strategisch auch langfristig nützliche Erkenntnisse liefern. Sie können bspw. bei der Planung von Straßen, der Entwicklung neuer Infrastrukturen und der Erstellung zusätzlicher Verkehrsstudien genutzt werden.

Um diese Daten nutzen zu können, müssen die TMCs natürlich in erster Linie in der Lage sein, sie problemlos zu sammeln.

Wie intelligente Verkehrslösungen als Antriebsmultiplikator wirken

Das ständig wachsende Verkehrsproblem betrifft täglich Millionen von Menschen. Es gibt jedoch eine Menge Innovationen, um den Auswirkungen der üblichen Verkehrsprobleme entgegenzuwirken, insbesondere im Bereich der Videoüberwachung.

Heutige Netzwerk-Videosysteme sind unglaublich robust und können problemlos mit verschiedenen Video- und Nicht-Videogeräten und, was noch wichtiger ist, in andere Systemen integriert werden. Dank dieser einfachen Integration können nützliche Informationen problemlos zwischen festinstallierten und mobilen Anlagen ausgetauscht werden. Dies wiederum liefert ein vollständigeres Bild über mehrere Standorte hinweg, als es ein einzelnes Gerät allein erreichen könnte.

TMCs brauchen rund um die Uhr einen schnellen, klaren Überblick über das Geschehen. Diese vollständige Sichtbarkeit kann erreicht werden, wenn Netzwerk-Kameras auf einer offenen Plattform basieren, so dass Analysen und Anwendungen direkt auf der Kamera gespeichert und verarbeitet werden können. Dadurch entfällt die Notwendigkeit, ständig Videomaterial von jeder Kamera in das TMC zu streamen, wodurch die Kosten für Bandbreite, Speicher und Verarbeitungsleistung im Vergleich zu serverbasierten Anwendungen gesenkt werden.

Mit einer intelligenten Netzwerk-Videolösung werden TMCs schnell und automatisch alarmiert, wenn es einen Stau gibt, ein Fahrzeug zum Stehen kommt oder jemand in die falsche Richtung fährt. Durch den schnellen Informationsfluss können die Betreiber umgehend handeln, um den Verkehr so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Die Analytik ist wirklich das „Gehirn“ hinter einem TMC-Netzwerk. Und zwar zu einem großen Teil, weil sie dazu beiträgt, mehrere Datenquellen zu kombinieren, um eine umfassendere, vorausschauende Sicht auf den Verkehrsfluss, potenzielle Engpässe und vieles mehr zu erhalten. Dies ist ein enormer Vorteil nicht nur für Betreiber im Verkehrsmanagement, sondern auch für Ersthelfer, Service- und Wartungsmannschaften und Behörden, um nur einige zu nennen.

Überwindung extremer Bedingungen für optimale Leistung

Natürlich stellt sich auch die Frage, wie sich die Bedingungen auf die Leistung von Netzwerk-Videolösungen auswirken können. Was ist, wenn das Wetter schlecht oder es draußen dunkel ist? Was ist mit den hellen Autoscheinwerfern, die ggf. blenden? Dies sind einige der größten Herausforderungen, die Verkehrszentralen bewältigen müssen. Und sie alle stellen TMCs, die nicht mit guten Kameras ausgestattet sind, die zur Überwindung dieser Probleme entwickelt wurden, vor erhebliche Probleme. Schließlich müssen die Zentralen in der Lage sein, rund um die Uhr zu arbeiten.

Eine Schlüsselkomponente von Netzwerk-Video ist seine Fähigkeit, unter schwierigsten Lichtverhältnissen, einschließlich ständig wechselndem Rück- und Reflexionslicht und insbesondere bei sehr schlechten Lichtverhältnissen, qualitativ hochwertiges Videomaterial zu liefern. Beispielsweise kann der große Dynamikumfang (Wide Dynamic Range, WDR) die Auswirkungen von blendenden Scheinwerfern und Reflexionen minimieren, die u.a. durch Sonnenlicht und nasse Straßen verursacht werden. Und für Situationen, in denen überhaupt kein Licht vorhanden ist, können Wärmebildkameras eingesetzt werden und Bilder auf der Grundlage der Wärmesignatur einer Person oder eines Fahrzeugs liefern. Darüber hinaus ist Netzwerk-Video heute viel besser dafür ausgelegt, extremen Wetterbedingungen stand zu halten.

Unabhängig davon, ob es draußen dunkel ist oder die Sicht durch schlechtes Wetter beeinträchtigt wird, kann Netzwerk-Video in hoher Qualität genaue und detaillierte Bilder liefern. Durch die Kombination von Netzwerk-Video mit verkehrsspezifischen Anwendungen und Analysen, einschließlich KI und Deep Learning, wird sichergestellt, dass die durch Netzwerk-Video generierten Daten rationalisiert und die nützlichsten Metadaten dem TMC zur Verfügung gestellt werden. Wenn den TMCs detailliertere Informationen über Fahrer, Objekte oder sogar Unfallursachen zur Verfügung gestellt, erhalten sie bessere Möglichkeiten zur Echtzeiterkennung, -verfolgung und -reaktion.

Die Einrichtung eines Überwachungssystems, das einige dieser heißen Innovationen nutzt, kann dazu beitragen, jede Verkehrsüberwachung von reaktiv auf Echtzeit und vorausschauend umzustellen.

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