Fahrgäste im Fokus: Wie Video und vernetzte Technologie den öffentlichen Verkehr verändern

Jan Engelschalt

Als die Deutsche Bahn ihren IdeenzugCity und IdeenzugRegio vorstellte, zeigte sie zwei Prototypen, die individuell an die Echtzeitbedürfnisse der Reisenden angepasst werden können. Dazu gehören verstellbare Steh- und Sitzplätze, die je nach Kapazitätsbedarf verändert werden können, um zusätzlichen Platz für Fahrräder und Roller zu schaffen und bei Bedarf zusätzliche Zugänge für Rollstühle und Kinderwagen zu bieten – alles auf Knopfdruck.

Der IdeenzugCity ist eine deutsche Innovation vom Feinsten, und man muss sie gesehen haben, um sie voll zu würdigen. Doch was steckt hinter diesen erstaunlichen Umgestaltungen? Ganz einfach: vernetzte Technologie.

Einblicke zur Verbesserung von Komfort und Vertrauen der Fahrgäste

Genauer gesagt sind es Daten über Fahrgastströme, Mobilität und Erreichbarkeit, die die Videoanalyse liefert. Seit vielen Jahren setzen öffentliche Verkehrsbehörden und Dienstleister Videoüberwachung ein, um die Sicherheit in ihrem Betrieb zu verbessern. Heutzutage können diese Systeme jedoch noch viel mehr leisten. Dank der Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz und der Verarbeitungsleistung moderner Kameras ist es jetzt möglich, Videolösungen mit fortschrittlichen Deep-Learning-Analysen einzusetzen, die zuverlässig Objekte unterscheiden, Personen zählen, Menschenmengen erkennen, die Belegung schätzen, demografische Daten von Fahrgästen analysieren und deren Bewegungen für statistische Analysen verfolgen können.

All diese Video-Metadaten können in umsetzbare Informationen für öffentliche Verkehrsbetriebe und Serviceanbieter umgewandelt werden. Sie liefern sowohl Informationen, die die langfristige Service- und zukünftige Infrastrukturplanung unterstützen, als auch umsetzbare Informationen in Echtzeit für die heutigen öffentlichen Verkehrsnetze. Und während die Reisenden vielleicht noch eine Weile auf die S-Bahn der Zukunft warten müssen, werden diese Arten der Videoanalyse bereits heute zur Verbesserung des Fahrgastkomforts und der Dienstleistungen eingesetzt.

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) beispielsweise verbessern den Komfort und die Zufriedenheit der Fahrgäste in ihren Doppelstockbussen, indem sie den Reisenden Informationen über die Fahrzeugbelegung zur Verfügung stellen, die von speziellen Axis Kameras mit Sensoren zur Fahrgastzählung stammen. Bei Bedarf können dann Nachrichten, Beschilderungen oder Push-Benachrichtigungen Empfehlungen für Sitzplätze in der oberen Etage geben, um die Verteilung der Fahrgäste zu optimieren.

Ein weiteres Beispiel ist der dänische Zugbetreiber DSB, der jetzt eine App anbietet, die den Reisenden anzeigt, in welchen Zügen und Waggons noch genug Platz ist, damit auch die Abstände eingehalten werden können – ein Service, der Berichten zufolge dazu beigetragen hat, die Fahrgastzahlen in der ersten Woche der Lockerung nach dem Lockdown um 6 % zu steigern.

Einblicke zur Optimierung von Effizienz und Pünktlichkeit

Einblicke in die Fahrgastdaten können auch genutzt werden, um Betriebsunterbrechungen zu minimieren und die Gesamteffizienz zu verbessern. Unterbrechungen sind nicht nur kostspielig für die Dienstleister, sondern verlängern auch die Reisezeit der Fahrgäste und wirken sich auf die Verkehrsbelastung auf den städtischen Straßen aus.

Es ist jedoch keine leichte Aufgabe, einen stetigen Fahrzeugfluss aufrechtzuerhalten, um die aktuelle und prognostizierte Fahrgastbelegung zu erfüllen. Es erfordert sorgfältige Planung, präzises Timing und effizientes Einsteigen der Fahrgäste, um die Pünktlichkeit zu gewährleisten. Mithilfe der Erkenntnisse aus der Videoanalyse an Bord der Fahrzeuge können öffentliche Verkehrsbetriebe und Dienstleister den Fahrgästen an der nächsten Haltestelle Informationen über die Belegung in Echtzeit liefern. Diese können genutzt werden, um die Fahrgäste zu den Zugwaggons mit freien Sitzplätzen sowie zu Plätzen für Rollstühle oder Kinderwagen zu leiten. Dies spart wertvolle Zeit und sorgt dafür, dass die Züge pünktlich fahren.

Einblicke in die städtische Mobilitätsplanung – heute und morgen

Einblicke in die Fahrgastdaten können noch mehr als nur ein Echtzeit-Situationsbewusstsein schaffen und die Pünktlichkeit optimieren. Durch die Weitergabe dieser Erkenntnisse an andere Smart-City-Akteure können Stadtplaner und Verkehrsanbieter sicherstellen, dass genügend Taxis, Roller oder Fahrräder für die „letzten Meter“ verfügbar sind.

Und das ist erst der Anfang. Neue Technologien und Erkenntnisse werden den Wandel des öffentlichen Nahverkehrs weiter vorantreiben, die Fahrgastzahlen erhöhen und die urbane Mobilität sowohl heute als auch für die S-Bahn der Zukunft verbessern.

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