Wie das „Internet der Dinge“ Sicherheit neu definiert

Timo Sachse

Wer heutzutage eine Zeitschrift aufschlägt, eine Webseite betreibt oder an Veranstaltungen teilnimmt, entkommt dem Begriff „Internet der Dinge“ oder IoT („Internet of Things“) nicht. Es scheint fast so, als wäre alles inzwischen miteinander vernetzt bzw. sollte vernetzt sein. Das ist eine schöne Idee – aber was bedeutet das in Anbetracht der Sicherheit?

Offene Standards

Zu Beginn sei gesagt, dass jegliche IP-basierte Videoüberwachung und physische Zutrittskontrollgeräte wie Sicherheitskameras und Türcontroller tatsächlich IoT-Geräte sind. Diese vernetzten Geräte basieren auf non-proprietären und offenen Standards. Dadurch können Nutzer sie nach Belieben und ohne jegliche Einschränkungen mit anderen Geräten oder Softwarelösungen kombinieren.

In Zukunft wird IoT diese Integration noch verstärken und die Grenzen zwischen einzelnen Gerätekategorien aufheben. Eine große Chance bietet sich für Management-Konsolen, die mehrere Systeme steuern können. Von Rauch- und Gasmeldern über Videoüberwachung, physischer Zutrittskontrolle, Lautsprechern, Klima- und Heizungsanlagen, Rolltreppen und Aufzügen bis hin zu Rollläden, Lichtschaltern und automatischen Türen – all diese Geräte lassen sich gemeinsam über IoT-Systeme steuern.

Internet of Security Things

Aus der Sicherheitsperspektive betrachtet, beinhaltet IoT mehr als nur Kameras. So hat Axis beispielsweise 2015 IoT-Lautsprecher auf den Markt gebracht. Sie können mit allen möglichen Geräten kombiniert werden. Es ist sogar möglich, ihnen eine Telefonnummer zuzuweisen und Ansagen über Anrufe auf die Nummer durchzuführen.

Wie das funktioniert? Es ist ein in sich geschlossener Lautsprecher, der Signalübertragung, -entschlüsselung, -verstärkung, Mikrofon und Lautsprecher in einem Gerät vereint. Im Gegensatz zu analogen Lautsprechern benötigt dieser keinen separaten Verstärker. Auch ein externer Stromanschluss ist dank Power over Ethernet (PoE) nicht notwendig. Der Lautsprecher kann daher als Erweiterung bereits bestehender Sicherheitssysteme sehr flexibel genutzt werden. Das erlaubt zum Beispiel den Betreibern ungewollte Aktivitäten zu verhindern, ohne dass sie Wachpersonal an den Ort schicken müssen.

Das ist nur ein Beispiel für Sicherheitsprodukte der neuen Generation. Wir stehen gerade am Anfang der „Internet of Security Things“-Zeit. Offene Standards erlauben Gerätekategorien, die vorher getrennt voneinander waren, gemeinsam genutzt zu werden und von einer einzigen Management-Konsole gesteuert zu werden. Das macht es einfacher, Sicherheitssysteme zu nutzen und bietet gleichzeitig eine bessere Erkennung und Übersicht von Vorfällen.

Dieser Post wurde im Januar 2017 in Englisch auf dem Axis Corporate Blog Secure Insights veröffentlicht.