Sicherheit in Smart Cities – Intelligentes Kamera-System sorgt für ein gutes Gefühl im Jägertunnel

Epko van Nisselrooij

Sicherheit in Städten wird nicht erst seit heute großgeschrieben. Ein gutes Beispiel zeigt sich aktuell in der mittelhessischen Stadt Marburg. Dort wurde ein innovatives und deutschlandweit einmaliges Sicherheitssystem im Marburger Jägertunnel installiert.

„LiSA“ heißt die neue, intelligente Anlage in einer Unterführung in Marburg, namentlich angelehnt an die Livebild- und Sprechverbindung auf Abruf. Die Installation, federführend von der Stadtverwaltung errichtet, ist eine Reaktion auf mehrere Vorkommnisse im Marburger Jägertunnel wie der sexuelle Übergriff auf eine junge Frau im Jahre 2016. Das öffentliche Interesse an der „Smart City“ Marburg ist demnach groß.

Die neue Kamera-Anlage ist keine gewöhnliche Einrichtung, sondern unterliegt einem innovativen Konzept: Fühlt sich jemand im 80 Meter langen Tunnel bedroht, kann er per Knopfdruck „LiSA“ aktivieren. Dadurch wird , automatisch eine Bild- und Tonübertragung von der Unterführung in die Leitstelle der Feuerwehr hergestellt. Durch die Aktivierung des Knopfes, kann die Person mit der Einsatzzentrale sofort in Kontakt treten und diese können wiederum Live-Bilder der Kameras sowie entsprechenden Ton aus dem Tunnel empfangen. Besonders hierbei ist, dass über eine verbundene Netzwerk-Lautsprecheranlage im ganzen Tunnel kommuniziert werden kann. Die Einsatzzentrale kann im Ernstfall dann Polizei und/oder Rettungsdienst alarmieren. Das neue installierte Sicherheitskonzept soll diverse Angriffe präventiv verhindern, im Notfall Hilfe gewährleisten sowie das Sicherheitsgefühl von Passanten und Passantinnen verbessern. Umfrageergebnisse in der Stadt Marburg zeigen, dass sich die Bewohner vor allem bei Dunkelheit eine verbesserte Situation erhoffen. Auch in weiteren deutschen Städten gibt es entsprechende Rückmeldungen und das damit verbundene Interesse an intelligenten Sicherheitssystemen.

Smart Cities setzen auf vernetzte Systeme

Die Anlage ist ein gutes Beispiel, welche neue Wege hinsichtlich Smart Cities entstehen können, um Städte noch sicherer zu machen. Dies ist besonders mit dem Hintergrund relevant, dass eine wachsende Bevölkerungszahl oftmals auch mit einer Steigerung der Kriminalitätsrate einhergeht. Besonders bei großen Menschenansammlungen oder in kritischen Bereichen in einer Stadt, wie eben dem Marburger Jägertunnel, kann das optimale Zusammenspiel und die Vernetzung von Video, Audio, Analyse und Kommunikationsmöglichkeiten zu einem nachhaltigen Gefühl der Sicherheit führen. Zusätzlich ermöglicht es dem jeweiligen Sicherheitspersonal, auch aus der Ferne gefährliche Situation schnell wahrzunehmen und einzugreifen.

Dabei ist natürlich auch Datenschutz ein wichtiges Thema. Die verwendeten Axis Kameras vom Typ AXIS P3225-VE zeichnen nicht in der Live-Ansicht auf, das heißt, nur im Falle eines Ereignisses beziehungsweise beim Aktivieren eines Rufknopfes werden die Videodaten zur Dokumentation des Zwischenfalls gespeichert. Hinweisschilder weisen zudem mehrmals auf die Videokameras hin. Somit werden entsprechende datenschutzrechtliche Richtlinien erfüllt.

Das Marburger Beispiel zeigt, dass intelligente Kamera-Systeme zu einer sicheren und intelligenten Stadt der Gegenwart und der Zukunft beitragen können.

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