Physische Sicherheit: Migration von analog zu IP

Jochen Sauer

Die Migration zu IP-Sicherheitssystemen ruft bei Anwendern einige Bedenken hervor. Die Vorteile einer Umstellung sind offensichtlich: Sicherheit und Effizienz der Systeme wird verbessert und Analysen werden deutlich vereinfacht. Doch wie so oft sind bei einem Wechsel die Bedenken vor Veränderung größer als die Bereitschaft zur Verbesserung.

Die größten Bedenken umfassen folgende Punkte

  • Kosten: Unter idealen Bedingungen würden die Nutzer ihre Systeme freiwillig und proaktiv auf dem neuesten Stand halten. In der Realität beschränkt sich das verfügbare Budget jedoch oftmals nur auf Instandhaltungskosten, während neue Anschaffungen wesentlich teurer sind.
  • Migration: Verbraucher stellen sich die Frage nach den Auswirkungen der Migration. Gibt es Auswirkungen auf Verkabelung, Sensoren, Einbruch- und Brandmeldetechnik sowie Audiosysteme? Läuft die Integration der Komponenten reibungslos oder ergeben sich Komplikationen?
  • Prozess: Zudem entstehen Unklarheiten bezüglich des Migrationsprozesses. Wie lange dauert die Umstellung und wann ist der optimale Zeitpunkt dies während des laufenden Geschäftsbetriebes durchzuführen? Entstehen dadurch Einschränkungen?
  • Mitarbeiter: Auch auf Mitarbeiterebene sind einige Fragen offen. Wie sieht es mit der Akzeptanz der Mitarbeiter aus? Sind spezielle Schulungen notwendig?
  • Sicherheit: Ein Thema ist auch der Sicherheitsaspekt. Wie sicher ist eine IP-Lösung vor Cyberangriffen?

Doch mit einem gut aufgestellten Plan sowie den richtigen Tools kann der Migrationsprozess reibungslos und ohne Bedenken ablaufen. Dabei ist es natürlich wichtig, dass alte und neue Systeme währenddessen effizient und ohne Betriebsunterbrechung nebeneinander existieren.

Sicherstellung eines reibungslosen Übergangs zu IP-Technologie

Eine der besten Optionen ist die Anwendung eines PSIM-Ansatzes (Physical Security Information Management), bei dem eine Software die Integration mehrerer nicht verbundener Sicherheitsanwendungen und – geräte auf einer Plattform ermöglicht. Die Software agiert hierbei über eine gut verständliche Benutzeroberfläche. Dadurch ist es möglich, die Daten von den unterschiedlichen Devices und Systemen (Video, Audio, Zutrittskontrolle, Alarmsensoren, Analysen etc.) zu sammeln und auszuwerten. So können Vorkommnisse schnell sowie effektiv identifiziert und gelöst werden, während weiter nach einer Alternative für die existierende Software-Plattform gesucht wird. Der Vorteil: neue Technologien von anderen Anbietern können so problemlos verwendet werden, wodurch einerseits neue Möglichkeiten geschaffen, und andererseits die Kosten für die Implementierung geschmälert werden.

Der PSIM-Ansatz wirkt sich aus vielerlei Hinsicht positiv auf die physischen und infrastrukturellen Aspekte der Migration aus:

  • Es ist nicht notwendig, bestehende Kabel kostenintensiv zu entfernen und zu ersetzen, da Transceiver, Medienkonverter und Video-Encoder verwendet werden können, um die Basis für IP-basierte Produkte wie Kameras, Lautsprecher und Türstationen zu legen.
  • Dank der Verwendung von Transceivern, welche nach Multisource Agreement (MSA) einfach zu installieren sind, muss der Online-Betrieb nicht unterbrochen werden.
  • Statt eines Netzkabels, eines Videokabels und eines weiteren Kabels für PTZ-Kameras (wie bei analogen Systemen) verbindet ein einfaches RJ45-Kabel alles und vereinfacht dadurch das System.
  • Die Bandbreite ist kein Problem, da bestehende Kompressionstechnologien wie H.264 und Axis Zipstream nur bei Bedarf eingesetzt werden.
  • Die Benutzeroberfläche von PSIM ist anpassbar und kann je nach Bedürfnissen des Unternehmens variabel konfiguriert werden.

Beseitigung von Sicherheitsbedenken bezüglich der Migration

Entsprechende Sicherheitsmaßnahmen wie Firewalls, VPNs und Passwortschutz bilden die Grundlage für die Sicherheitsüberwachung. Die PSIM-Implementierung erfordert einen hohen Spezialisierungsgrad. Dank VAPIX und Standardprotokollen wie ONVIF, SNMP und SIP ist es einfacher, mit dem hohen Spezialisierungsgrad umzugehen, den diese Art der Migration erfordert.

Abschließend lässt sich sagen, dass sich die Bedenken hinsichtlich der Migration von analog zu IP nicht bestätigen lassen. Mit einem gut aufgestellten Plan und entsprechenden Tools verläuft der Migrationsprozess reibungslos und ohne Bedenken. Entsprechende Lösungen sind vorhanden und reduzieren Kosten, steigern die Intelligenz der Systeme und sorgen für eine Verbesserung der Sicherheit.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich im englischsprachigen Blog Secure Insights.