Die zehn größten Herausforderungen bei der Installation

Kamerapositionierung

Bei der Planung der Kamerapositionierung im Zuge der Installation müssen viele Faktoren berücksichtigt werden. Wie bereits unter Kameraauswahl erläutert, sind die Überwachungsziele bei der Entscheidung über den eingesetzten Kameratyp und die Positionierung maßgeblich.

Wenn es darum geht, brauchbare Bilder zu erhalten, sind neben der Kameraausrichtung noch einige weitere Faktoren zu beachten. Von Bedeutung sind außerdem Beleuchtung (und Gegenlicht), Winkel, Reflexionen, tote Winkel und bei PTZ-Kameras der Zoomfaktor. Manchmal ist es sogar einfacher, die Umgebung zu verändern, etwa indem Fenster abgedunkelt oder Gegenstände verschoben werden.

Die Positionierung der Kamera spielt auch bei der Abschreckung von Vandalismus eine wichtige Rolle. Viele spontane Angriffe lassen sich vermeiden, indem eine Kamera außer Reichweite an hohen Wänden oder der Decke angebracht wird. Dadurch kann der Sichtwinkel beeinträchtigt werden, was sich jedoch in gewissem Maße durch den Einsatz eines anderen Objektivs ausgleichen lässt.

Zweck der Kamera

Der Zweck jeder Kamera sollte eindeutig festgelegt werden. Wenn das Ziel darin besteht, die Bewegung von Personen und Objekten in einem bestimmten Bereich zu verfolgen, ist darauf zu achten, dass eine für diese Aufgabe geeignete Kamera an einer dafür geeigneten Position angebracht wird.

Wenn Personen oder Objekte identifiziert werden sollen, muss die Kamera so positioniert oder fokussiert werden, dass sie Details mit der gewünschten Genauigkeit erfasst. Möglicherweise ist die örtliche Polizeibehörde bei der optimalen Positionierung von Kameras behilflich.

Sichtfeld

Die für ein gewünschtes Sichtfeld erforderliche Objektivbrennweite lässt sich am schnellsten mithilfe des Online-Objektivrechners von Axis ermitteln.

Entfernung zwischen Kamera und Objekt

Berechnen Sie mit dem Satz des Pythagoras die Entfernung zwischen Kamera und Objekt: a² + b² = c²

Abbildung 9: Satz des Pythagoras: a² + b² = c²

Abdeckung großer Bereiche mit Erfassungspunkten

Auch wenn eine einzelne Kamera einen Überblick über ein Szenario bietet, reicht ihre Detailgenauigkeit möglicherweise nicht aus, um einzelne Personen zu identifizieren. Ist dies jedoch eines der Überwachungsziele, kann eine zusätzliche Kamera eingesetzt werden (siehe unten). Wenn eine Person den Bereich betritt, ist so eine Identifizierung möglich.

Abbildung 10: Ein von zwei Kameras abgedeckter Raum: eine Kamera sorgt für die Übersicht, die andere überwacht einen Erfassungspunkt. 

Lichtaspekte

Für eine erfolgreiche Kamerapositionierung sind Lichtaspekte entscheidend. Normalerweise ist es einfach und kostengünstig, helle Lampen in Innen- und Außenbereichen zu installieren, um die erforderlichen Lichtverhältnisse für die Aufnahme guter Bilder herzustellen.

Bei der Außenmontage von Kameras ist zu berücksichtigen, wie sich das Licht im Laufe des Tages verändert. Außerdem ist es wichtig, direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden, da sonst die Kamera geblendet und die Leistung des Bildsensors beeinträchtigt werden kann. Achten Sie nach Möglichkeit bei der Positionierung darauf, dass sich die Sonne hinter der Kamera befindet.

Gegenlicht vermeiden

Gegenlichtprobleme treten in der Regel bei der Aufnahme von Objekten vor einem Fenster auf. Positionieren Sie die Kamera neu oder installieren Sie einen Lichtschutz. Wenn sich die Kamera nicht neu positionieren lässt, sollten Sie stattdessen für eine zusätzliche Beleuchtung von vorne sorgen. Kameras mit Unterstützung von Wide Dynamic Range kommen mit Gegenlichtszenarien besser zurecht.

Abbildung 11: Gegenlicht kann die Erkennung von Gesichtern behindern.

Einfallsrichtung des Sonnenlichts

Bei der Außenmontage von Kameras ist zu berücksichtigen, wie sich das Licht im Laufe des Tages verändert. In Abbildung 12 wäre die Kamera im roten Kreis am Ende des Tages gegen die Sonne gerichtet.
Bei der Überwachung des Außenbereichs eines Gebäudes kann ein Standort mehr oder weniger durch direktes Sonnenlicht beeinträchtigt werden. Positionieren Sie die Kamera an einem Standort, an dem das Sonnenlicht die geringsten Auswirkungen hat.

Abbildung 12: Im Laufe des Tages ändert sich der Lichteinfall.

Kamerawinkel

In den folgenden Abbildungen werden die unterschiedlichen Bereiche/Zonen einer Kamera dargestellt. In Abbildung 13 zeigt die Linie, die der Kamera am nächsten ist, wo die maximale Höhe erfasst werden kann. Die gelbe Linie steht für die erforderliche Mindesterfassungshöhe. Die Erfassungszone befindet sich zwischen diesen Linien. Diese Faktoren müssen bei der Installation berücksichtigt werden, um eine ordnungsgemäße Kameraabdeckung zu gewährleisten.

Abbildung 13: Die toten Winkel der Kamera müssen berücksichtigt werden.

Das Sichtfeld muss sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Ausrichtung überprüft werden. Bedenken Sie bei Verwendung von Grundrissen, dass diese den Bereich nur aus der Vogelperspektive zeigen. Um die erforderliche Abdeckung zu gewährleisten, muss auch die Seitenansicht berücksichtigt werden.

Abbildung 14: Überprüfen Sie das Sichtfeld sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Ausrichtung.

Winkel zwischen Kamera und Objekt

Bei der Installation an einer Tür oder in einem Eingangsbereich sollte die Kamera nicht zu hoch positioniert werden. Wie auf der Abbildung zu erkennen ist, lassen sich die Gesichtszüge umso schlechter erkennen, je größer der Winkel ist. In unserem Beispiel gewährt ein Winkel von 10 bis 15° die besten Bedingungen für die Gesichtserkennung. Andererseits ist eine höher installierte Kamera besser vandalismusgeschützt. Die Entscheidung hängt von den Überwachungszielen ab: Geht es um die Identifizierung oder genügt die Übersicht?

Abbildung 15: Je größer der Winkel, desto schlechter sind die Gesichtszüge zu erkennen.

Dokumentation