Die Polizei von Aalst nutzt intelligente Kameras, um die Sicherheit in der Stadt zu verbessern
Die Polizei Aalst investierte in innovative Technologie zur Modernisierung ihres Videosicherheitssystems. Im Rahmen eines hochmodernen Konzepts für die öffentliche Sicherheit positionierte man an 54 Einsatzorten eine umfassende Kameralösung von Axis.
Das fortschrittliche Kameranetzwerk der Polizei wird für das Echtzeitmonitoring an einen rund um die Uhr aktiven Kontrollraum übermittelt. Dies ermöglicht eine rasche Erfassung von Vorfällen, die schnelle Entsendung von Einsatzteams und verbessert die Fähigkeit der Polizei, Vorfälle zu verwalten. Das eigens entwickelte Konzept bietet ein leistungsfähiges Instrument zur Aufrechterhaltung der Ordnung sowie zur Stärkung der Bürgersicherheit.
Öffentliche Sicherheit und Ordnung stehen an erster Stelle
Das belgische Polizeisystem arbeitet auf zwei Ebenen: auf föderaler und lokaler Ebene. Die Polizei Aalst, eine von 176 lokalen Zonen, bedient die Stadt Aalst und ihre umliegenden Teilgemeinden, einschließlich Baardegem, Erembodegem, Gijzegem, Herdersem, Hofstade, Meldert, Moorsel und Nieuwerkerken.
Unter der Leitung von Hauptkommissar Jürgen Dhaene, der die Polizeiarbeit vor Ort koordiniert, und mit Anerkennung von Bürgermeister Christoph D’Haese arbeitet die Polizei Aalst für öffentliche Sicherheit und Ordnung, indem sie in smarte Stadtsicherheitstechnologien investiert.
Die Polizei Aalst hat 350 Mitarbeiter, von denen 217 als Einsatzkräfte tätig sind. Eine der von der Polizeizone bereitgestellten Dienstleistungen ist der technische Support.
Dieser ist unter anderem für die Verarbeitung von Kamerabildern und die Verwaltung der Kameras zuständig. Mit einem Team von fünf Personen entwickeln sie dort die Kamerarichtlinie für die Polizeizone weiter, planen den Einsatz von Kameraressourcen und unterstützen Kollegen bei der Ansicht und Verarbeitung von Kamerabildern.
Aalst ist eine mittelgroße Stadt mit über 90.000 Einwohnern. Dies bringt bestimmte Herausforderungen in Bezug auf die Sicherheit mit sich. Ein leistungsstarkes Kameranetzwerk trägt dazu bei, die Sicherheit zu stärken. Es unterstützt die Kollegen vor Ort und die Bereitstellung von Beweismitteln sowie automatisiert bestimmte Abläufe.
Im Jahr 2024 gab es 6.887 registrierte Straftaten, 60.005 Verkehrsverstöße und 64.026 kommunale Verwaltungssanktionen, auch GAS-Bußgelder genannt. 1.361 der registrierten Straftaten betrafen Diebstahl und Erpressung.
Die Investition in ein modernes Videosicherheitssystem ist eine Investition in die Sicherheit unserer Bewohner, Geschäftsinhaber und Besucher. Es hilft uns nicht nur, Vorfälle schneller zu erfassen und zu rekonstruieren, sondern auch, präventiv zu arbeiten und einen sichereren öffentlichen Raum zu schaffen. Diese Investition schafft einen Mehrwert und zahlt sich langfristig aus, sowohl im Hinblick auf einen besseren Schutz als auch auf das erhöhte Sicherheitsgefühl in unserer Stadt.
Modernisierung der Sicherheitssysteme der Stadt
Vor 2025 setzte die Polizei Aalst auf Videosicherheit an 25 Standorten, allerdings handelte es sich dabei um ein fragmentiertes Setup, das aus zwei Gründen zunehmend unzureichend war: veraltete Technologie und eine sich ändernde Stadtlandschaft.
Zum einen war die vorhandene Technologie nicht mehr auf dem neuesten Stand. Das System arbeitete mit mehreren Kameramarken. Das Kameranetzwerk verfügte auch nicht über 360°-Ansichten, sondern nur über unbewegliche Kameras mit einer vordefinierten Ansicht.
Darüber hinaus waren die Nachtlinsen nicht von ausreichender Qualität und die Überbelichtung machte es schwierig, verwertbare Bilder zu erhalten.
Zum anderen war der Plan bezüglich der Einsatzorte der Kameras extrem veraltet. Aufgrund von Veränderungen im Straßenbild, wie dem Umbau von Plätzen, neuen Terrassen für Restaurants und Cafés oder dem sich ändernden Verkehrsfluss, waren die Kameras nicht mehr ideal platziert.
Einige waren zu hoch positioniert oder befanden sich aufgrund der Veränderungen hinter einer Statue oder einem Gebäude.
Der neue Plan umfasste daher alle Änderungen im Stadtzentrum sowie neue Einsatzorte, an denen Videosicherheit erforderlich ist.
Heute deckt die Videosicherheitskarte die gesamte Innenstadt ab. Darüber hinaus wird mit dem neuen Plan sichergestellt, dass die Plätze im Stadtzentrum nun vollständig überwacht werden können, einschließlich aller Zugänge, und nicht wie zuvor nur teilweise.
Verbesserte Videosicherheit mit fortschrittlichen Kameras
Die Polizei Aalst erkannte den dringenden Bedarf hinsichtlich einer Modernisierung ihres Konzepts für die Videosicherheit in der Stadt und lancierte daher im September 2024 eine öffentliche Ausschreibung.
TEIN Technology, ein langjähriger und vertrauter Partner der Polizei und von Axis, wurde mit der Implementierung einer hochmodernen Videosicherheitslösung mit fortschrittlichen Kameras und Systemen beauftragt. Heute sind 54 Einsatzorte mit umfassenden 360°-Kameras ausgestattet, darunter 28 PTZ-Kameras mit einer beeindruckenden Anzahl von 244 Objektiven.
Diese Investition in modernste Videosicherheit verbessert die operativen Kapazitäten erheblich und ermöglichte einen Wechsel von der manuellen, reaktiven Überwachung hin zu einem proaktiven, gut durchdachten Sicherheitsnetzwerk, das einen großen Teil des Stadtzentrums abdeckt.
Hauptkommissar Jürgen Dhaene: „Mit dem Ausbau unseres Kameranetzwerks verfügen wir nun über moderne Hochleistungskameras, die das gesamte Stadtzentrum abdecken. Das bedeutet, dass unsere Dienste schneller und effektiver reagieren können, wenn Vorfälle eintreten. Kameras haben auch eine abschreckende Wirkung: Wer weiß, dass er überwacht wird, denkt zweimal nach, bevor er Diebstahl begeht oder Vandalismus oder Gewalt ausübt.“
Strategischer Einsatz von Kameras und datengestützte Einblicke
Das neue Sicherheitskonzept unterstreicht das Engagement der Polizei Aalst für eine datengesteuerte Strategie. Unter der Leitung von Wim Van Wijmeersch, Leiter des technischen Support-Teams, wurde der Kameraeinsatz sorgfältig geplant.
Jedes Gerät wurde strategisch für eine bestimmte Funktion und seinen genauen Einsatzort ausgewählt, um ein dichtes, überlappendes Netzwerk in der Innenstadt zu erstellen, das ein robustes Sicherheitsnetz bildet.
Sein Team positioniert Kameras unter strategischen Gesichtspunkten mithilfe des Pixeldichtemodells (Erfassen, Beobachten, Erkennen und Identifizieren; engl. DORI) an jedem kritischen Zugriffspunkt, um ein umfassendes, lückenloses Netzwerk für die Videosicherheit in Städten zu bieten.
- Erfassen: Verstehen, dass etwas passiert, unterstützt durch 244 Objektive, die bei einem Vorfall direkt in den Kontrollraum übertragen.
- Beobachten: Nachverfolgung der Aktivität in der Szene.
- Erkennen: Bereitstellung zuverlässiger Informationen, damit das Einsatzteam im Feld Vorfälle schnell identifizieren und ggf. Verdächtige erkennen kann.
- Identifizieren: Anwendung von PTZ-Kameras, um zu zoomen und komplexe Details wie Verdächtige oder Fahrzeugkennzeichen zu bestätigen.
Diese Methodik gewährleistet eine umfassende Abdeckung, insbesondere auf Hauptplätzen und Hotspots, wo sich an jeder Ecke oder an potenziellen Zugangs-/Ausgangspunkten strategisch platzierte Kameras befinden. Um eine optimale Leistung zu gewährleisten, wird das System kontinuierlich von Wims Team überprüft und optimiert.
Erhöhung der Bürgersicherheit mit agiler Technologie
Das bestehende Videosicherheitssystem der Stadt ist nicht statisch, sondern wird kontinuierlich ausgewertet und entsprechend der fortlaufenden städtischen Entwicklung geändert: Wenn ein Einsatzort als problematisch erkannt wird, werden zunächst eine oder zwei temporäre Kameras eingesetzt.
Falls diese sich als wirksam erwiesen haben, werden sie durch eine dauerhafte Installation ersetzt. Sollte es sich um ein vorübergehendes Problem handeln, wird kein fester Mast mit Kamera installiert.
Dieser agile Ansatz ist auf typische Hotspots wie Marktplätze, öffentliche Plätze und den Bahnhof ausgerichtet und zielt in erster Linie auf Vorfälle von Belästigung und das Verhalten in der Öffentlichkeit ab, nicht nur auf Vandalismus.
So änderten sich vor einiger Zeit, als die touristischen Aktivitäten auf dem zentralen Platz zunahmen, auch die Bedingungen für Kamera-Installationen. Nun mussten die Kameras anders platziert werden, um die Aktivitäten trotz der anderen Ausgestaltung der Restaurantflächen und Sonnenschirme abdecken zu können.
Wim betont die transformative Wirkung der PTZ-Kameras für die städtische Sicherheit: „Sie bieten eine Art Helikopteransicht, die uns genügend Daten und ein umfassendes Situationsverständnis vermittelt, was unsere Arbeit im Kontrollraum unterstützt. Echtzeitinformationen bieten dem Einsatzteam in der Stadt eine enorme Hilfestellung. Jede zusätzliche Information, die wir ihnen bereitstellen können, ist für sie von immensem Wert.“
Unbewegliche Kameras spielen nach wie vor eine entscheidende Rolle für die Videosicherheit in der Stadt Aalst, allerdings bieten die PTZ-Kameras unübertroffene Flexibilität.
Bei den Installationen liegt der Schwerpunkt nun auf öffentlichen Gebäuden oder speziellen Säulen, wobei eine gesonderte Vereinbarung für die Montage auf dem Dach des Bahnhofs besteht, um privates Eigentum möglichst zu verschonen.
Wim und sein Team sind im Hinblick auf die städtischen Entwicklungen auf dem neuesten Stand, um zukünftige Hotspots und den Bedarf an Sicherheitsinstallationen zu identifizieren. Diese neuen Hotspots können dem Feedback von anderen Abteilungen, Kollegen oder städtischen Diensten entnommen werden, oder sind ein Ergebnis der städtischen Entwicklung.
Doppelfunktion: Verbesserung der städtischen Sicherheit und Bekämpfung von unzulässiger Müllentsorgung
Um die Investition in das Kamera-Netzwerk voll ausschöpfen zu können, hat die Netzwerk-Infrastruktur neben einer robusten Schutz- und Sicherheitsfunktion noch eine weitere kritische Aufgabe. Die Netzwerkkameras dienen zusätzlich zur Vermeidung von Herumlungern und unzulässiger Müllentsorgung.
Schutz und Sicherheit: proaktives Vorfallmanagement
Der eigene Kontrollraum der Polizei Aalst, einer von nur zwei in Ostflandern, arbeitet rund um die Uhr und steht in Verbindung mit dem Einsatzdienst. Er ist mit zwei Mitarbeitern besetzt (drei während großer Ereignisse wie dem Karneval) und verwaltet sowohl europäische Notrufe (112, weitergeleitet von der Provinzleitstelle) als auch direkte Ortsgespräche.
Dieser zentrale Hub koordiniert die Einsatzkräfte, verwaltet die Funkkommunikation und unterstützt den polizeilichen Betrieb mit wichtigen Informationen aus polizeilichen Systemen und Datenbanken.
Wenn ein Vorfall auftritt, kommt ein optimierter Prozess zur Anwendung:
- Der Krisenraum überwacht Live-Übertragungen aus dem umfangreichen Kameranetzwerk in der gesamten Stadt.
- Bei einem Alarm sieht das Team sofort die Live-Videoaufnahmen über die Genetec Videoverwaltungsplattform.
- Die Situation wird bewertet und Verdächtige können über das Kameranetzwerk verfolgt werden. Interventionsteams werden in Echtzeit per Funk entsandt und geleitet und über die Bewegungen des Verdächtigen informiert.
- Nach einem Vorfall identifiziert das Team Einzelpersonen, prüft auf etwaige Beweismittel und stellt den Ermittlern genaue Beschreibungen und Ortsangaben zur Verfügung. Diese gesammelten Daten werden dann bei Bedarf an das föderale System weitergegeben. Umfassende visuelle Beweise stellen sicher, dass Verdächtige direkt mit unbestreitbarem Beweismaterial konfrontiert werden können, was die Arbeit der Polizei erheblich erleichtert und effektiver macht.
Die Arbeit im Kontrollraum trägt auch erheblich zur Sicherheit und Optimierung der Reaktionszeit der Beamten bei, da Echtzeitinformationen bereitgestellt und Einsatzteams im gesamten Gebiet angeleitet werden können. Große Anzeige-Monitore sind ein wesentlicher Faktor für die schnelle Reaktionsfähigkeit und bessere Koordination und unterstreichen die unschätzbare Rolle des neuen Videosicherheitssystems.
Bewältigung von Herausforderungen: Herumlungern und unzulässiges Entsorgen von Müll
Mit dem neuen Kamerasystem werden spezifische Herausforderungen in der Gemeinde adressiert. Herumlungern und das illegale Entsorgen von Müll in der Nähe von Wohngebieten, was häufig zu Beschwerden seitens der Bürger führt, werden nun wirksam bekämpft.
Dank der Möglichkeit, Personen oder Fahrzeuge über ihre Fahrzeugkennzeichen zu verfolgen, können Täter identifiziert und mit Geldbußen belegt werden, die durch unwiderlegbare visuelle Beweise gestützt werden.
Wahrung des öffentlichen Vertrauens: Datenschutz und Einhaltung der DSGVO
Ein Eckpfeiler des Kameraeinsatzes der Polizei Aalst ist ein unermüdliches Engagement für Datenschutz und öffentliches Vertrauen. Das gesamte System ist vollständig DSGVO-konform, wobei jede einzelne Kamerainstallation vom Datenschutzbeauftragten (DSB) genehmigt wurde.
Die vorgeschriebene Beschilderung ist vorhanden und alle Kameras sind exakt registriert. Dieser Ansatz wird bei jeder neuen Installation von Videosicherheitsanlagen in der Stadt angewandt, unabhängig davon, ob es sich um eine flexible oder feste Installation handelt.
Die gesetzliche Aufbewahrungsfrist für Aufnahmen beträgt 365 Tage, doch die Polizei Aalst bewahrt die Daten in der Regel lediglich 30 Tage lang auf, es sei denn, eine Verlängerung ist für eine laufende Ermittlung erforderlich.
Der Zugriff auf die Aufnahmen ist streng beschränkt und nur vor Ort innerhalb des Polizeiamtes erlaubt. Dadurch wird sichergestellt, dass z. B. ein Ermittler A nicht auf Aufnahmen zu den Fällen von Ermittler B zugreifen kann.
Die Dateien verlassen niemals das Gebäude und können nur in einer sicheren Umgebung zur Ansicht aufgerufen werden. Darüber hinaus gibt es ein Protokoll, das Name, Datum und die ausgewählten Informationen dokumentiert.
Reale Auswirkungen der Videosicherheit in Städten und anderen Umgebungen
Die enge Zusammenarbeit mit der Bahnpolizei und anderen Polizeizonen ist ein Beispiel für die Wirkfähigkeit des Systems.
Nach einem Stichwaffenvorfall in einem benachbarten Polizeibezirk erhielt die Polizei Aalst die Information, dass sich die Täter im Zug nach Aalst befanden. Die Kameras auf dem Bahnhofsplatz ermöglichten es den Beamten, die Täter zu identifizieren und sicherzustellen, dass sie festgenommen werden konnten.
Die Polizei Aalst baut ihr intelligentes Netzwerk für die Videosicherheit in der Stadt vorausschauend weiter aus. Im Jahr 2026 werden zwei weitere Brücken mit fortschrittlichen 360°-Kameras ausgestattet, die die Sicherheitsverwaltung in der gesamten Zone noch weiter verbessern werden. Die Investition in die Lösungen von Axis hat die Polizei Aalst in die Lage versetzt, eine sicherere, ruhigere Umgebung für ihre Bürgerinnen und Bürger zu schaffen, die durch robuste Technologie und die Wahrung des Datenschutzkonzeptes unterstützt wird.