Vergleich von Analog- und Netzwerk-Audio: Welche Option ist die richtige für Sie?

Marco Pompili

Mit dem Wandel und der zunehmenden Vernetzung der Welt um uns herum wachsen die Möglichkeiten für Netzwerkgeräte und deren Einsatzmöglichkeiten immer weiter. Ein Bereich, der davon profitiert, ist Netzwerk-Audio. Aber nur weil Sie etwas verbinden können, müssen Sie das auch wirklich?

Ob man ein altes analoges System ersetzen soll, kann schwierig einzuschätzen sein, besonders wenn man viel in die Ausrüstung investiert hat. Erschwert wird die Frage zusätzlich dadurch, dass es nun möglich ist, bestehende analoge Systeme mit neuer Technologie zu kombinieren, um die Funktionalität von Netzwerk-Audiogeräten zu erhalten.

Bevor Sie also Ihr altes System entsorgen bzw. ersetzen und in ein neues kommerzielles Audiosystem investieren, lassen Sie uns die Unterschiede sowie Vor- und Nachteile von Analog- und Netzwerk-Audio betrachten – und wie Sie entscheiden können, welche Lösung die beste für Sie ist.

Wie sie funktionieren und worauf man achten sollte

Viele der Anwendungsfälle zwischen Analog- und Netzwerk-Audio sind weitgehend identisch. Die Unterschiede zwischen ihnen zeigen sich in der Art und Weise, wie die Systeme aufgebaut und gestaltet sind, wie sie verwaltet werden und wie die Systemwartung geplant und durchgeführt wird.

Analoge Lautsprecher, die für kommerzielle Audiosysteme verwendet werden, werden als 70- oder 100-Volt-Lautsprechersysteme, ELA-Anlagen oder hochohmige Lautsprechersysteme bezeichnet. In Kanada und den USA werden sie am häufigsten als 70-Volt-Systeme bezeichnet, während in Europa das 100-Volt-System am weitesten verbreitet ist. Ein solches Audiosystem verteilt ein analoges Audiosignal auf eine Kette von passiven Lautsprechern.

Die Grundkomponenten sind eine Audioquelle, ein Verstärker, ein Tonregler, ein Lautsprecherkabel und Lautsprecher, die ein Signal empfangen können. Die Lautsprecher werden von einem einzelnen Verstärker in einer „Daisy Chain“-Formation abgenommen, wobei das Lautsprecherkabel von einem Lautsprecher zum nächsten verläuft.

Einige Überlegungen bei analogen Audiosystemen sind:
  • Die für die verschiedenen Anwendungsfälle erforderlichen Funktionen und Features sind im zentralen Rack implementiert. Abgesehen von Verstärkern gibt es weitere spezielle Geräte für die Tonregelung, das Speichern von vorab aufgenommenen Ansagen, das Planen von Ansagen, das Musik-Streaming und die Integration mit anderen Systemen wie z.B. einer VoIP-Telefonanlage. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Kosten für ein analoges System in der Rack-Ausstattung und Konfiguration anfällt. Für einfachere Anwendungsfälle kann es durchaus erschwinglich sein, aber komplexere Anforderungen können zu einem schnellen Anstieg der Kosten führen.
  • Analoge passive Lautsprecher sind oft preiswert und die „Daisy Chain“-Verkabelung in einem 70-Voltsystem gilt als kostengünstige Installationsart. Da die Zoneneinteilung verschiedener Bereiche für bestimmte Inhalte jedoch auf der physikalischen Verkabelung von Lautsprechern (Schaltungen) basiert, ist das anfängliche Installationsdesign des Systems kritisch, recht komplex und unflexibel, wenn Änderungen erforderlich sind.
  • Die Überprüfung potenzieller Probleme im Lautsprechersystem kann schwierig sein, z.B. lässt sich ein Kurzschluss auf der Leitung nur schwer isolieren oder feststellen, ob ein Lautsprecher das Problem verursacht. Bei langen Lautsprecherkabeln ist die einzige Lösung die Überprüfung der gesamten Lautsprecherleitung.

Ein Netzwerk-Audiosystem hingegen funktioniert völlig unterschiedlich. Jeder Lautsprecher ist ein komplettes, fortschrittliches Audiosystem, das über ein Ethernet-Netzwerk gesteuert und überwacht wird. Anstatt ein „Daisy Chain“-Verfahren zu verwenden, verteilt diese Technologie ein digitales Audiosignal über das Ethernet-Netzwerk auf einzelne Lautsprecher, wobei die eingebaute fortschrittliche Signalverarbeitung jedes Lautsprechers eine qualitativ hochwertige Audioqualität erzeugt. Sie nutzen auch Power over Ethernet (PoE) als Energiequelle.

Sehen Sie im Video, worum es sich bei einem Netzwerk-Audiosystem handelt:

 

Einige Überlegungen bei Netzwerk-Audiosystemen sind:
  • Ein Netzwerk-Audiosystem basiert auf IP-basierten, vielseitigen Geräten mit offenen Schnittstellen (APIs). Das bedeutet, dass die Funktionalität im System verteilt ist und jedes Gerät zentral über das Netzwerk mit einer Management Software verwaltet wird. Funktionalitäten wie Planung und Prioritäten von Ankündigungen oder anderen Inhalten werden mit einer Software erledigt. Die Verknüpfung mit anderen IP-basierten Systemen wie Zutrittskontrolle, Klimatechnik (HVAC) oder Sicherheitssystemen ist einfach. Da ein Netzwerklautsprecher an sich ein komplettes, hochwertiges Audiosystem ist, ist er natürlich teurer als ein analoger passiver Lautsprecher. Daher müssen die Kosten eines Netzwerk-Audiosystems mit denen des gesamten analogen Systems verglichen werden, einschließlich des kompletten Racks mit allen für Ihren Anwendungsfall erforderlichen Geräten.
  • In Netzwerk-Audiosystemen haben Sie nicht die Einschränkung der physikalischen Lautsprecherverkabelung, was bedeutet, dass die Zoneneinteilung logisch ist und schnelle und einfache Systemkonfigurationen mit flexibler Einteilung ermöglicht. Jeder Lautsprecher kann Teil mehrerer Zonen sein und es ist kinderleicht, Lautsprecher einzeln hinzuzufügen oder zu entfernen. Power over Ethernet (PoE) versorgt die Lautsprecher und Edge-Geräte über das gleiche Kabel, das sie verbindet, so dass keine elektrischen Kabel verlegt werden müssen. Dann benötigt natürlich jeder Lautsprecher eine Ethernet-Verbindung, aber die Konsolidierung von Kabeln und Geräten zu einem einzigen Ethernet vereinfacht die Wartung, gewährleistet die Standardisierung und reduziert den Zeit- und Kostenaufwand für Installation und Konfiguration.
  • In einem Netzwerk-Audiosystem ist jeder einzelne Lautsprecher adressierbar und wird über das Netzwerk überwacht. Das bedeutet, dass Sie die IP-basierte Zustandsüberwachung und Konfiguration des Gesamtsystems nutzen können. Wenn es ein Problem gibt, erhalten Sie sofort eine Benachrichtigung und können mit den enthaltenen Tools schnell handeln.

Fazit

Der Vergleich von analogen und Netzwerk-Audiosystemen läuft darauf hinaus, was Ihre Anforderungen sind und langfristig das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Wenn Sie Wert auf mehrere flexible Funktionen für die Zoneneinteilung, kontinuierliche Systemüberwachung und einfache Integration in andere Systeme legen, wird eine Netzwerk-Audiolösung einen großen Mehrwert für Sie bieten. Betrachtet man die Gesamtbetriebskosten (TCO), so wird die Flexibilität des Netzwerk-Audiosystems in den meisten Fällen die anfänglichen Ausgaben für die Hardware überwiegen.

Wenn Sie jedoch kürzlich in analoge Audiogeräte investiert haben, aber die Flexibilität von Netzwerk-Audio benötigen, gibt es auch eine Lösung. Es ist möglich, einen Großteil Ihrer bestehenden Investitionen in analoges Audio zu erhalten und dennoch die Vorteile von Netzwerk-Audio zu nutzen. Tatsächlich verfolgen die AXIS C8033 Network Audio Bridge und der AXIS C8210 Network Audio Amplifier genau dieses Ziel. Nämlich eine reibungslose Migration von Analog- zu Netzwerk-Audio zu ermöglichen.

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