Warum wir keine Kompromisse bei der Verbesserung der Nachhaltigkeit eingehen

Artikel
3. September 2018
Die bei unserer Produktentwicklung verwendeten Materialien stehen auf dem Prüfstand, denn immer mehr Kunden begreifen, welchen Umwelteinfluss zum Beispiel Einwegartikel aus Kunststoff auf unseren Planeten haben. Wir sind jedoch noch weit davon entfernt, sie aus unserem Alltag zu verbannen. Daher bemühen wir uns hier bei Axis kontinuierlich darum, nicht nachhaltige und gefährliche Stoffe aus unseren Produkten zu entfernen, um unseren Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Welt zu leisten.

Kunststoff - nicht so fantastisch

Ihre Zahnbürste am Morgen? Kunststoff. Ihre Kreditkarte? Kunststoff. Ihre Butterbrotdose? Auch meistens aus Kunststoff. Kunststoff ist überall. In den verschiedensten Formen und Zusammensetzungen. Wir haben ihm viel zu verdanken. Kaum ein anderes Material hat unsere Welt so verändert und zu Innovationen in so vielen Bereichen geführt, wie Kunststoff. Eigenschaften wie geringes Gewicht, Festigkeit und Flexibilität haben dazu beigetragen, dass Kunststoff in unzähligen Sektoren eingesetzt wird, so auch bei Netzwerk-Videokameras.

Doch in einer Welt, in der wir jedes Jahr über 330 Millionen Tonnen Kunststoff produzieren, muss jedes Unternehmen und jeder Sektor seinen Beitrag zum Schutz der Umwelt leisten. Wir erleben den Verzicht des Gastgewerbes auf Plastikstrohhalme, und wir werden vielleicht auch erleben, dass bestimmte Kunststoffe in der Elektronikbranche nicht mehr zum Einsatz kommen.

Wie viele andere elektronische Geräte enthalten Kameras normalerweise Polyvinylchlorid, besser bekannt als PVC. Dieser Stoff ist zwar sehr vielseitig, doch wie bei jedem Kunststoff besteht auch bei ihm das Problem, dass er häufig nicht sachgerecht entsorgt wird und sehr lange Zeit braucht um zu verrotten.

Wie die meisten Kunststoffe besteht auch PVC aus fossilen Stoffen, die bei Verbrennung zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen führen. Zusätzlich entsteht beim Verbrennen von PVC auch toxisches Dioxin. Das ist einer der Hauptgründe dafür, warum Axis damit begonnen hat, in vielen Produkten recycelten Kunststoff zu verwenden und bei den meisten Produkten komplett auf PVC verzichtet.

Carl Trotzig, Director of Quality & Environment bei Axis, äußert sich zu dieser enormen globalen ökologischen Verantwortung und dazu, wie Axis seine Nachhaltigkeitsagenda vorantreibt.

Warum ergreift Axis Maßnahmen gegen gefährliche Materialien?

Carl Trotzig: Mit den Jahren haben wir verstanden, welche Auswirkungen gefährliche Stoffe auf die Umwelt haben. Nehmen wir zum Beispiel den Klimaschutz oder die Vergiftung der Unterwasserwelt und der Landschaften durch Kontaminierung mit 50 Jahre altem Müll. Nachhaltigkeit wird daher immer wichtiger. Die Menschen und auch die Unternehmen erkennen die Auswirkungen ihres Verhaltens auf die Umwelt. Umweltbewusstes Handeln und eine Verbesserung der eigenen CO2 Bilanz ist vielen ein großes Anliegen. Immer mehr Kunden folgen diesem Trend und verlangen nachhaltige Produkte.

Das Empresarial Building in Kolumbien implementierte eine PVC-freie, energiesparende Kameralösung von Axis.
Das Empresarial Building in Kolumbien implementierte eine PVC-freie, energiesparende Kameralösung von Axis.

Nehmen wir zum Beispiel das Gebäude von BC Empresarial in Kolumbien, das für ein „grünes Unternehmertum“ steht. Im Mittelpunkt des gesamten Ansatzes steht ökologische Nachhaltigkeit. Daher wurde im Unternehmen eine PVC-freie Axis-Kameralösung mit niedrigem Energieverbrauch installiert, die anschließend mit der LEED-Gold-Zertifizierung ausgezeichnet wurde.

Wir verfolgen einen Nachhaltigkeitsansatz mit vielen Facetten. Beispielsweise gewährleisten wir optimale Funktionalität und bemühen uns, verstärkt recycelte Materialien (z. B. Kunststoffe) einzusetzen. Der Verzicht auf PVC war bislang eines unserer größten Projekte. Obwohl allgemein bekannt ist, dass PVC aufgrund von Problemen bei der Wiederverwertung und der Produktion umweltschädlich ist und darüber hinaus die menschliche Gesundheit gefährdet, wird es noch immer in vielen Produkten eingesetzt. Verschiedene Studien legen einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Lebenszyklus dieser Art von Kunststoff und Krankheiten wie Krebs, Asthma und Schädigungen des Immunsystems nahe. Grund dafür ist hauptsächlich die Freisetzung von schädlichen Substanzen wie Phthalaten und Dioxinen.

Wie geht Axis mit diesen Herausforderungen um?

Carl Trotzig: Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung sucht kontinuierlich nach Methoden zur Verbesserung der im Herstellungsprozess verwendeten Materialien und Verfahrensweisen. Schon seit vielen Jahren bemüht sich Axis darum, auf umweltschädliche, gefährliche Substanzen – insbesondere auf PVC – zu verzichten. Wenn wir wegweisende Produkte und Lösungen entwickeln, haben wir immer die Folgen unseres Handelns sowie unserer Produkte und Lösungen auf die Umwelt im Blick, um deren Minimierung zu gewährleisten. Langfristig verfolgen wir das Ziel, Produkte anzubieten, die nicht nur PVC-, sondern auch CFR- und BFR-frei sind.

Zudem möchten verstärkt zurückgewonnene Stoffe in unseren Produkten verwenden, wie zum Beispiel Recyclingkunststoff. Dasselbe gilt auch für unsere Verpackung, die möglichst recylingfähig sein soll. Beim Verzicht auf PVC in allen Axis-Produkten haben wir einen guten Weg eingeschlagen: 2017 waren bereits 93 % der Axis-Kameras und Encoder frei von PVC, gegenüber 70 % im Jahr 2015.

Die Netzwerkkamera AXIS M3045-V besteht aus recyceltem Kunststoff und ist vollständig PVC-frei.
Die Netzwerkkamera AXIS M3045-V besteht aus recyceltem Kunststoff und ist vollständig PVC-frei.

Wie reagieren Kunden auf diesen Ansatz?

Carl Trotzig: Wie bereits erwähnt, fordern Kunden von Unternehmen heute derartige Bemühungen ein. Dabei geht es nicht nur darum, woraus die Geräte hergestellt werden. Sie möchten auch wissen, wo produziert wird und ob die Unternehmen gute Arbeitsbedingungen bieten, die den Menschenrechtsverpflichtungen nachkommen. Die Menschen verlangen von Organisationen heutzutage, dass sie ethisch einwandfrei handeln und Verantwortung für die Umwelt übernehmen. Das gilt für alles, vom Kantinenessen für das Personal bis hin zu Sicherheitslösungen.

Ein Beispiel ist Vaisala, ein weltweit agierendes Technologieunternehmen, das Nachhaltigkeit sehr ernst nimmt. Die Nachhaltigkeit ist sogar eines der Auswahlkriterien für Lieferanten, selbst bei der Entscheidung für ein Sicherheitssystem. Vaisala entschied sich aus mehreren Gründen für Axis: Die Kameras haben eine gute Funktionalität und aufgrund ihrer langen Lebensdauer müssen die Geräte erheblich seltener ausgewechselt werden als andere. Lösungen von Axis haben zudem einen relativ geringen Energieverbrauch.

Was wird noch getan, um die Nachhaltigkeit zu steigern?

Carl Trotzig: Abgesehen von der Kampagne zum Verzicht auf PVC entwickelt Axis Lösungen, die die Umweltressourcen weniger beanspruchen. So wurde der Energieverbrauch durch unsere Innovationen auf vielfältige Weise reduziert. Ein Beispiel ist der Einsatz der Lightfinder Technologie, so dass Kameras keine zusätzliche Beleuchtung mehr benötigen.

Wir werden uns weiterhin darauf konzentrieren, Produkte von höchster Qualität zu produzieren. Nachhaltigkeit und Produktqualität gehen Hand in Hand: Die längere Lebensdauer bei höherer Qualität bedeutet weniger Ersatzbedarf.

Wird das genug sein?

Carl Trotzig: 2007 sind wir dem UN Global Compact beigetreten, der weltweit größten Initiative für nachhaltige Entwicklung. Seitdem befolgen wir dessen zehn Prinzipien. Lieferanten, die mit uns arbeiten möchten, müssen unseren Supplier Code of Conduct, unseren Verhaltenskodex für Lieferanten, einhalten. Er wird regelmäßig aktualisiert und enthält die von der Responsible Business Alliance festgelegten Richtlinien. Durch diesen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit in unserer gesamten Lieferkette – einschließlich regelmäßiger Prüfung unserer Hauptlieferanten – können wir sicher sein, dass unsere Lieferanten unsere übergreifenden Nachhaltigkeitsziele unterstützen.

Durch den Verzicht auf gefährliche Stoffe haben wir in den letzten zehn Jahren sehr viel erreicht. Doch Umweltbelastung entsteht nicht nur durch die Herstellung von Produkten; jeder Schritt in der Lieferkette ist davon betroffen.

Um unsere Bemühungen weiter auszubauen, möchten wir außerdem die CO2-Bilanz beim Transport unserer Produkte zwischen 2016 und 2021 um 20 % verbessern. Dieses Ziel erreichen wir, indem wir die Produktionsstätten näher an die größeren Märkte verlagern sowie Größe und Gewicht unserer Produkte und Verpackungen reduzieren.

Mehr über Axis und Nachhaltigkeit:
2017 Sustainability report
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Silke Stumvoll, PR Manager Middle Europe, Axis Communications
Telefon +49 89 35 88 17 221