Dominiques Ecke: Wie kann man eine Sicherheitsanlage nachhaltig veredeln?

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17. March 2022
Wer kommt bei der extremen Flut an Informationen über die besonderen Leistungsmerkmale oder die einfache Nutzung von Sicherheitssystemen nicht gelegentlich ins Straucheln?! Um mehr Transparenz in den Dschungel der Entscheidungsfindung zu bringen, möchte ich Sie gerne auf meinem Weg zu einem intelligent geplanten und nachhaltig betriebenen Videosicherheitssystem (VSS) mitnehmen.

Die Frage, die man grundsätzlich stellen sollte, lautet: Welche Sachverhalte und Gefahrensituationen müssen berücksichtig werden? Hierbei hilft Ihnen die Betriebsanforderung nach EN62676-4. Damit Sie ein Muster zur Hand haben, können Sie gerne unsere Betriebsanforderung, die wir im A&E Newsletter Dezember 2021 vorgestellt haben, benutzen. Sie finden sie über diesen Link.

Wichtig ist, dass es nur nach einer Definition der „Betriebsanforderungen“ möglich ist, eine intelligente und auch nachhaltige Planung zu erstellen.

Fangen wir mit einer Musteranlage aus der Betriebsanforderung an:

  • Bewertung der Szenen und Planung der Quellen, entsprechend der Szenenanforderung
  • Netzwerk inkl. Berücksichtigung der Spannungsversorgung
  • Bewertung Man-Machine-Interface (Benutzerschnittstelle)

Im nächsten Schritt kommen wir bei der Veredelung des Systems an! Wie Sie sich das am einfachsten vorstellen können? Nun, zuerst muss ich bei der Schnittstellenplanung die Frage beantworten, WAS muss ich WO und WIE abbilden?

Als bestes Beispiel eignet sich eine Tür oder eine PKW-Einfahrt, wo sich in der Regel folgende Gewerke befinden:

Gewerke Einfahrt

Nun ist es die Herausforderung, die Ziele an die unterschiedlichen Gewerke zu formulieren:

Anforderungen Einfahrt

Der nächste Schritt ist, die Interaktionen, die einmal manuell und/oder automatisch erfolgen sollen, zu definieren:

Interaktionen

Als letzter Schritt kommt die Veredelung. Diese beschreibt alle Schnittstellen in ihrer vollen Funktionalität:

Veredelung

Hier ein Beispiel:

Die Sprachbefehle an der Zufahrt werden für die Gesprächsweiterleitung inkl. des Videos der Sprechstelle und der unmittelbaren IP-Kamera dem System in einer offenen Schnittstelle zur Verfügung gestellt. Der Nutzer mit der entsprechenden Berechtigung kann das Rufsignal inkl. des Videos aufrufen und bearbeiten. Dies ist auch über die bestehende Infrastruktur, wie bspw. mit SIP Telefonen mit Monitor oder Clientsoftware, möglich. Der Vorgang kann zur Dokumentation gespeichert werden.

Und nun die Herausforderung: Die Planung!

Bei der Betrachtung eines „Out of the box” Systems, ist die Antwort auf die Veredelung „Geht nicht!“. Die Pareto-Lösung „Geht bedingt!“. Und die maßgeschneiderte Lösung sagt: „Kein Problem!

Lösungsmöglichkeiten

Die Herausforderung an den „Maßanzug“ ist in unserem Bespiel, die sichere Kommunikation über SIP zur Telefonanlage. Da unsere Lösung auf offenen Standards aufbaut, können wir so zum Bespiel ein FRITZ!Fon für 60 € genauso als Videosprechstelle nutzen wie ein IP-Telefon von Grandstream Networks für 350 €.

Eine häufig unterschätzte Hürde bei der Erstellung des Maßanzuges, sind die schier unendlichen Kombinationen zu beschreiben und zu dokumentieren. Der Vorteil ist jedoch: der Maßanzug passt so gut für das Projekt wie keine andere Lösung.

Lassen Sie uns daher gemeinsam versuchen, mehr maßgeschneiderte Lösungen zu entwerfen.

Ich wünsche Ihnen allseits nachhaltige Planung von maßgeschneiderten Lösungen.

 

Dominique Morel

Ihr Dominique Morel

Architect & Engineering Manager Österreich, Schweiz

E-Mail: Dominique.Morel@axis.com | Tel.: +417 978 07237


PS: Über eine offene Diskussion würde ich mich sehr freuen. Wir als Fachplaner haben die Verantwortung für die von uns geplanten Systeme, heute Morgen und auch zum Zeitpunkt des Rückbau.

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