Axis: Vorreiter auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft

Artikel
30. März 2021
Zunehmend beobachten wir eine Verlagerung von herkömmlichen, linearen Geschäftsmodellen hin zu einer Kreislaufwirtschaft mit Fokus auf die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien. In diesem Artikel erklären wir, welchen Beitrag Axis und die Sicherheitsbranche hierfür leisten können. Wir untersuchen die Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt, das einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit bei der Überwachung weist.

Ausgediente Elektrogeräte (Elektroschrott) stellen den weltweit am schnellsten wachsenden Abfallposten dar. 2018 belief er sich auf 50 Millionen Tonnen, dem Gewicht aller jemals gebauten Verkehrsflugzeuge. Und diese Zahl soll sich bis 2050 sogar noch verdoppeln!

Eine Möglichkeit zur Minimierung von Elektroschrott ist der Wechsel von herkömmlichen, linearen Industrieprozessen zu einem Kreislaufmodell, das die Produktlebensdauer etwa durch Reparatur oder Wiederverwendung verlängert. Auf diese Weise bleiben die Materialien und Komponenten länger im Wertschöpfungskreislauf, während gleichzeitig Abfälle und Verschmutzung minimiert werden.

Der Begriff „Kreislaufwirtschaft“ wurde in den 2010er Jahren durch die Ellen MacArthur Foundation allgemein bekannt gemacht. Die Stiftung zielt letztendlich auf eine Ablösung der linearen Wirtschaft ab: „Wir müssen alle Elemente des Take-Make-Waste-Systems transformieren: wie wir Ressourcen verwalten, wie wir Produkte herstellen und nutzen und was danach mit den Materialien geschieht. Nur so können wir ohne Ausbeutung unserer Erde eine florierende Wirtschaft schaffen, von der alle profitieren können.“

Reduzierung der negativen Auswirkungen

Der Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft hat gravierende Auswirkungen auf die Elektronikindustrie – und die Überwachung bildet da keine Ausnahme. Wir bei Axis haben uns gefragt, wie wir Kreisläufe nutzen und Teil dieses Wandels sein können.

„Wir möchten auch in Zukunft ein führendes Unternehmen bleiben“, so Ausra Reinap, Senior Environmental Engineer bei Axis. „Und Nachhaltigkeit ist für uns eine der wichtigsten Säulen. Die Minimierung schädlicher Auswirkungen auf die Umwelt während der gesamten Lebensdauer unserer Produkte ist ein integraler Bestandteil unseres Handelns.“

Es läuft alles darauf hinaus, den Wert der Produkte durch intelligentes Design und gute Pflege möglichst lange zu bewahren. Und im Anschluss Produkte, Teile und Materialien wiederzuverwerten.

„Dies ist keine leichte Aufgabe, weil alle Elektronikprodukte, und damit auch die Produkte von Axis, verschiedene endliche Materialien enthalten“, erklärt Reinap. „Der Umstieg auf ein Kreislaufmodell ist ein langfristiger Prozess. Bereits jetzt stellen wir Engpässe bei Mineralien fest, und wir wissen, dass diese sich noch verschärfen werden. Also müssen wir unsere Designs neu überdenken, um unser Unternehmen zukunftsfähig zu machen.“

Identifizierung von Bedrohungen und Chancen

Als weitere Maßnahme beteiligte sich Axis am von der schwedischen Verwaltungsbehörde für Innovationen Vinnova geförderten Projekt „Kreislauf  und biobasierte Wirtschaft – von der Theorie zur Praxis“, das 2020 abgeschlossen wurde. Das Projekt wurde von der Design- und Innovationsagentur Zenit Design angeregt, einem langjährigen Kollaborationspartner von Axis.

„Wir suchten nicht nach einer fertigen Lösung“, erklärt Reinap. „Das Projekt sollte die aktuelle Situation sowie Risiken und Chancen für Axis und andere Teilnehmer in der Wertschöpfungskette allgemein darstellen.“

Das Projekt identifizierte mehrere mögliche Schritte für Axis in der so genannten Abfallhierarchie, um Kreisläufe zu schaffen. Lesen Sie unten, wie Axis und andere Marktteilnehmern reduzieren, wiederverwenden und recyceln müssen.

Materialien und Komponenten so gut wie möglich nutzen

Bei einer zirkulären Strategie ist Reduzieren die nachhaltigste Alternative, die mit der geringsten Menge an Ressourcen, Energie, Abfall und Verschmutzung verbunden ist. Die Produkte sollten möglichst langlebig ausgelegt sein, unter Verwendung recycelter oder biobasierter Materialien, und mit Ökoenergie hergestellt werden.

Axis hat seine Produkte schon immer für eine lange Lebensdauer ausgelegt und wendet immer häufiger so genanntes grünes Design an, um Produkte mit höherem Anteil an Recycling- und Biokunststoff herzustellen. Dabei dürfen keinerlei Kompromisse bei der Qualität und den funktionellen Anforderungen des Produkts eingegangen werden.

Beispielhaft für diese Strategie brachte Axis 2020 sechs neue Kameramodelle mit einem Anteil an recyceltem Kunststoff von über 50 % heraus. Außerdem sind 37 % der 2020 herausgebrachten Kameras BFR-/CFR-frei. Weiterhin hat Axis im vergangenen Jahr die Produktgewährleistung von 3 auf 5 Jahre verlängert.

AXIS M3067-P Netzwerk-Kamera - 71 % recycelter Kunststoff, BFR/CFR-frei, PVC-frei
AXIS M3067-P Netzwerk-Kamera - 71 % recycelter Kunststoff, BFR/CFR-frei, PVC-frei

Auf Mehrfachnutzung ausgerichtete neue Geschäftsmodelle können eine effektivere Ressourcennutzung anstoßen. Das Projekt liefert Hinweise, dass neue Eigentumsmodelle und Service-Angebote ebenfalls positive Auswirkungen haben können. Rücknahmelösungen können Teile und Produkte schneller wieder in Umlauf bringen.

Ein weiterer Aspekt ist die Minimierung der Transporte. Hier wird Axis weiterhin große Anstrengungen unternehmen.  In einer von vielen Initiativen hat beispielsweise Wellpappe die aufblasbare Luftverpackung aus Kunststoff für einige Modelle von Netzwerk-Kameras der Q61-Serie ersetzt. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für Verpackungsoptimierung, die effizientere Transporte und geringere CO2-Emissionen ermöglicht.

Wiederverwendung ist die nächstbeste Alternative. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Produkte einfach aufzurüsten und zu reparieren sind und die Teile leicht wiederbeschafft werden können. Neue Geschäftsmodelle mit Rücknahmelösungen können Teile und Produkte einfacher wieder in Umlauf bringen. In diesem Rahmen gibt Axis das Frontglas und die Objektive seiner Wärmebildkameras dem Lieferanten zurück, damit sie recycelt und das Mineral Germanium zurückgewonnen werden kann.

Recycling ist nicht ideal, aber immer noch viel besser als die Müllverbrennung oder Deponie. Produkte sollten vorzugsweise aus recycelten Materialien hergestellt werden oder zumindest so, dass sie am Ende ihrer Nutzungsdauer leicht wieder in ihre Einzelteile zerlegt werden können.

Das Produktdesign bestimmt das Ergebnis

Die Entscheidungen in der Designphase haben massive Auswirkungen auf den Kreislauf, sowohl am Anfang als auch später in der Wertschöpfungskette.

AXIS M3066-V Netzwerk-Kamera - über 50 % recycelter Kunststoff, BRF/CFR-frei, PVC-frei
AXIS M3066-V Netzwerk-Kamera - über 50 % recycelter Kunststoff, BRF/CFR-frei, PVC-frei

„Als Produktentwickler und -designer steht man im Mittelpunkt von Entwicklung, Fertigung, Konsum und Entsorgung aller entwickelten Produkte und Services“, so Mathias Walter, Design Strategy Lead und Mitglied des Nachhaltigkeits-Teams bei Zenit Design, der fast täglich mit Axis arbeitet. „Die Kreisläufe müssen in jeder Phase und bei jeder Entscheidung berücksichtigt werden. Wenn wir etwas verändern wollen, muss die gesamte Organisation mitarbeiten.“

Er fährt fort: „Es ist wichtig, die technische Spezifikation sorgfältig zu prüfen, damit die Produkte nicht ‚überspezifiziert‘ werden. Wir wollen jede zusätzliche Komplexität, unnötige Zusätze in den Materialien, überflüssige Komponenten und Teile oder eine übermäßige Größe vermeiden.“

Technische Lösungen ändern und verbessern sich schnell. Darin werden viel Geld und Innovationskraft investiert. „Man muss immer am Ball bleiben, um sicherzustellen, dass die Designs für verschiedene Zielgruppen optimiert sind. Außerdem müssen wir eng mit Experten zusammenarbeiten, um die richtigen Prioritäten zu setzen.“

Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette ist ein Muss

Reinap zufolge hat Axis durch das Projekt ein umfassendes Verständnis der kritischen Herausforderungen für die Zukunft gewonnen. Unter anderem die Notwendigkeit, unterschiedliche Kundenbedürfnisse und Rechtsvorschriften zu kennen, ebenso wie die unterschiedlichen Infrastrukturen für Recycling und Rückgewinnung in den verschiedenen Märkten, in denen Axis tätig ist.

„Wir haben viel gelernt und wissen jetzt besser, was wir wollen und was wir tun müssen“, erklärt sie. „Aber wir haben auch die Komplexität dieser Frage erkannt. Es gibt strenge Grenzen dafür, was wir allein tun können. Um es zu schaffen, braucht es die Zusammenarbeit in der gesamten Wertschöpfungskette.“

Das entspricht auch dem 17. UN-Nachhaltigkeitsziel „Partnerships for the Goals“ (Ziele partnerschaftlich erreichen). Es ist Axis sehr wichtig, sich an Brancheninitiativen zur Zusammenarbeit, Interaktion und zum Dialog für mehr Nachhaltigkeit zu beteiligen.

Kreislaufwirtschaft – die unvermeidliche Veränderung

Um erfolgreich sein zu können, muss die gesamte Gesellschaft den Wandel zu einem Kreismodell priorisieren. Dies hängt vollständig von der Einstellung in der Gesellschaft ab: was die Kunden, Endbenutzer, Entscheidungsträger und andere denken und zu akzeptieren bereit sind.

„Unternehmen wie Axis müssen Veränderungen vorantreiben, ihre Partner und andere Beteiligte entsprechend schulen und ihre Anforderungen verschärfen“, erklärt Walter. „Nie war es so wichtig, ihre verschiedenartigen Bedürfnisse und Wünsche genau zu kennen, um sie bei ihrer Veränderung in Richtung Kreislaufwirtschaft unterstützen zu können.“

Reinap geht noch einen Schritt weiter: „Als verantwortungsbewusstes Unternehmen muss Axis zu einem zirkulären Geschäftsansatz übergehen. Ohne diesen Schritt sehe ich für uns keine Zukunft. Wir müssen uns selbst fordern, aber auch unsere Partner. Es ist Zeit, dass die Überwachungs- und Sicherheitsbranche zusammenarbeitet und sich gemeinsam verändert.“

Die Herstellung langlebiger Produkte ist eine Möglichkeit, den Einsatz von Ressourcen zu reduzieren
So gehen wir mit dem Thema Qualität um
Axis Communications, Andreas Reimann, PR and Social Media Specialist
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte Andreas Reimann, PR and Social Media Specialist, Axis Communications
Telefon +49 89 35 88 17 221
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