Breitbandverbindung

Zusammenfassung: Dieser Artikel beschreibt das Konfigurieren und Installieren einer Axis-Netzwerkkamera oder eines Videoservers für den Zugriff über eine Internet-Breitbandverbindung und einen Home-Router.

Die Informationen dieses Artikels beziehen sich auf alle Netzwerkkameras und Videoserver von Axis.

Anforderungen und Vorteile

Bei Verbindungen über schnelles Internet erhält der Abonnent in der Regel eine öffentliche IP-Adresse, die direkt vom Internet aus aufgerufen werden kann. Der Artikel geht davon aus, dass das lokale Netzwerk über Home-Router wie D-Link, Netgear, Linksys oder ähnliche Modelle eingerichtet wird. In den meisten dieser Router ist das Funktionsmerkmal DynDNS bereits fertig vorkonfiguriert (mehr dazu weiter unten). Die Geräte sind zu einem Preis ab etwa 40 Euro im Fachhandel oder im Internet erhältlich. Drahtlose Home-Router des Standards 802.11b/g (WLAN) verbessern, zu einen leicht höheren Preis, die Netzwerkqualität.

Es wird empfohlen einen Home-Routers dieses Standards zu verwenden, da die Leistungsvorteile für das Heimnetzwerk erheblich sind.

  • Die Funktion NAT (Network Address Translation) oder IP-Maske schützt die Netzwerkadressen und die angeschlossen PCs werden effektiv vor Angriffen aus dem Internet verborgen.

  • Ein und dieselbe Internetverbindung kann von mehreren PCs eines Standorts genutzt werden.

  • Weitere Geräte, wie etwa Netzwerkkameras, können problemlos angeschlossen werden.

  • Eine (vorzugsweise) statische oder dynamische IP-Adresse vom Anbieter des schnellen Interanschlusses. Statische und dynamische IP-Adressen werden im Folgenden besprochen.

Einfaches Einrichten einer Einzelkamera

Zuerst muss der Home-Router gemäß Anleitung eingerichtet werden. Typischerweise wird ihm über DHCP vom ISP (Internet Service Provider) eine IP-Adresse zugewiesen. Nachfolgend wird diese als die WAN-IP bezeichnet. Sie wird benötigt, um extern auf die Netzwerkkamera zugreifen zu können.

Im LAN wird dem Router eine lokale Adresse zugewiesen. In der Regel ist dies die 192.168.0.1. Der Home-Router agiert dann als DHCP-Server, der im LAN IP-Adressen zuweist. Als Standard werden diese Adressen ab der Adresse 192.168.0.100 aufwärts vergeben. Damit entsteht ein Adressraum, der statische IP-Adressen ermöglicht, die von Netzwerkkameras benötigt werden. In einer solchen Umgebung können als gutes Beispiel IP-Adressen ab 192.168.0.50 vergeben werden. Diese Adressen müssen von Hand konfiguriert werden, was nach dem Einrichten des Routers erfolgen sollte. Dann, wie in der Installationsanleitung oder dem Benutzerhandbuch der Kamera beschrieben, der Kamera eine IP-Adresse zuweisen.

Sobald die IP-Adresse festgesetzt ist, kann mit einem Browser über das lokale Netzwerk auf das Kamerabild zugegriffen werden. Im Browser alle Proxy-Einstellungen deaktivieren (in der Standardeinstellung normalerweise bereits erfolgt) und dann die IP-Adresse der Kamera (zum Beispiel 192.168.0.50) in das Adressfeld des Browsers eingeben. Das Kamerabild wird daraufhin wiedergegeben.

Um extern auf die Kamera zugreifen zu können, die Funktion Port-Weiterleitung nutzen. Die meisten Router besitzen dieses Funktionsmerkmal. Festlegen, dass der Port 80 des WAN auf den Port 80 der lokalen IP-Adresse 192.168.0.50 (der Axis-Kamera) verweist. Bei bekannter WAN-IP-Adresse ist die Kamera hiermit über das Internet erreichbar. Diese ist auf der Statusseite der Einstellungen des Home-Routers vermerkt. Die Live-Ansicht der Netzwerkkamera ist jetzt über das Internet aufrufbar.

Hinweis: Die Live-Ansicht der Kamera ist im Internet öffentlich einsehbar. Um den Datenschutz zu gewährleisten, empfiehlt Axis, die Funktion "Anonyme Ansicht" zu deaktivieren und (bei älteren Kameras) das voreingestellte Standardkennwort zu ändern.

Mehrere Kameras über einen Home-Router betreiben

Zuerst die Grundeinstellungen der Kameras vornehmen. Dieses Beispiel geht von fünf Kameras im IP-Adressbereich von 192.168.0.50 bis 192.168.0.54 aus.

Da nur eine WAN-IP-Adresse zur Verfügung steht, müssen verschiedene Ports des Routers verwendet werden. Zum Beispiel verwendet das Protokoll HTTP als Standard den Port 80. Die meisten Ports unterhalb von 1024 werden als ein Standard verwendet, können aber bei Bedarf verwendet werden. Jedoch wird dringend empfohlen, die Portnummern unter 80 nicht zu verwenden, da diese von gemeinsam genutzten Diensten verwendet werden. In diesem Beispiel werden die Ports ab 81 aufwärts verwendet.

Die Ports der WAN-IP-Adresse müssen jetzt einzeln den jeweiligen internen IP-Adressen der Kameras zugewiesen werden. Die fünf Beispielkameras können, wie in der nachfolgenden Tabelle dargestellt, eingerichtet werden. Im Beispiel wird angenommen, dass im Home-Router ein Port einem anderen Port einer anderen IP-Adresse zugewiesen werden kann. Das bedeutet, dass etwa alle Kameraports mit der Nummer 80 verschiedenen Ports der WAN-IP zugeordnet werden können. Bei einigen Routern ist dies nicht möglich. In diesem Fall müssen die lokalen Kameras so konfiguriert werden, dass sie die gleiche Portnummer wie die externe Portnummer nutzen. In der Regel kann der HTTP-Port einer Kamera in den Netzwerkeinstellungen im Verwaltungsteil der integrierten Weboberfläche geändert werden. Nachdem der HTTP-Port geändert wurde, kann auf die Kameras nicht mehr über die Standardports zugegriffen werden. Es müssen die in der nachfolgenden Tabelle aufgeführten neuen Portnummern verwendet werden.

WAN-IP Port Lokale IP Lokale URL ohne individuelle Portzuweisung
x.y.z.q 80 192.168.0.50 192.168.0.50
x.y.z.q:81 81 192.168.0.51 192.168.0.51:81
x.y.z.q:82 82 192.168.0.52 192.168.0.52:82
x.y.z.q:83 83 192.168.0.53 192.168.0.53:83
x.y.z.q:84 84 192.168.0.54 192.168.0.54:84

 

Jetzt kann extern über das Internet auf die Kameras zugegriffen werden. Hinweis: Berücksichtigen Sie die Datenschutzvorgaben.

Statische oder dynamische Adresse?

Die meisten Internetanbieter weisen dynamische IP-Adressen zu, die sich theoretisch stündlich ändern könnten. Jedoch wird in der Praxis in der Regel keine neue IP-Adresse zugewiesen, solange eine aktive Verbindung besteht. Ohne Ausfallzeit bleibt die IP-Adresse also erhalten. Beim Aufbau einer neuen Verbindung nach einem Ausfall wird eine neue IP-Adresse zugewiesen. Im besten Fall stellt der Internetanbieter eine statische IP-Adresse bereit, die dann vor Änderungen geschützt ist.

Die WAN-IP-Adresse ist auf der Statusseite des Home-Routers vermerkt. Diese vermerken und die Kamera testen.

Internetanbieter informieren ihre Kunden in der Regel nicht darüber, ob die dynamischen IP-Adressen tatsächlich geändert werden oder nicht. Es wird jedoch empfohlen nachzufragen. Ausprobieren ist also der einzig sichere Weg. Den Home-Router einige Wochen betreiben und die WAN-IP-Adresse vermerken. Falls sie sich ändert, lässt sich der Zugriff auf die Kameras über das Internet nicht ganz so einfach einrichten. Informationen dazu bietet www.dyndns.org.

Einen Domainnamen für die Kameras beziehen

Sich die IP-Adresse einer Website merken zu müssen ist lästig. Ein eigener Domainname (wie etwa www.maxkamera.com) ist bequemer. Axis empfiehlt drei Wege, um an einen Domainnamen zu gelangen:

  • Eine Domain über eine der gängigen dynamischen DNS-Sites wie etwa den DYN DNS Service (www.dyndns.org) registrieren.

  • Eine echte Domain über Registrierungsinstanzen wie etwa www.register.com registrieren.

  • Den Axis Internet Dynamic DNS Service verwenden (nutzbar mit der neuen Produktgeneration ab Firmware-Version 4.xx).

Siehe auch: One-Click-Installation & Axis-Internet Dynamic DNS Service (pdf).

Wichtig: Axis haftet nicht für mögliche Folgen an Ihrem System, die diese Änderungen an der Konfiguration bewirken könnten. Falls die Änderung scheitert oder unerwartete Auswirkungen nach sich zieht, müssen die Einstellungen möglicherweise, wie im Benutzerhandbuch beschrieben, auf die Werkseinstellungen zurückgesetzt werden.