Videoüberwachung im Einzelhandel: Die Kombination macht’s

Ralph Siegfried

Das Magazin Retail Technology veröffentlicht Anfang April einen interessanten Beitrag auf der Website: „Prävention durch Mensch und Technik“, von Frank Horst.

Der Anteil der Verluste durch Diebstahl von Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Servicekräften ist alarmierend im deutschen Handel: Jährlich ca. 3,3 Mrd. Euro im Jahr. Nimmt man logistische und administrative Probleme hinzu addieren sich die Inventurdifferenzen im Handel auf 4 Mrd Euro. Der Einzelhandel ist natürlich bemüht, diese Verluste zu senken. Ein weiteres Problem ist zudem die organisierte Kriminalität, welche bereits für gut 25% der Diebstahlssumme steht – Tendenz stark steigend. Insgesamt investiert der deutsche Handel jährlich 1,3 Mrd. Euro in Präventations- und Sicherheitsmaßnahmen.

Videoüberwachung als Allheilmittel?

Sicher nicht – aber die Videoüberwachung wird vom Handel seit nunmehr 3 Jahren als wichtigstes technisches Hilfsmittel gesehen. Zur Vermeidung von Inventurdifferenzen hat ein Unternehmen mehrere Möglichkeiten, wie eben die Videoüberwachung, Personalschulungen, elektronische Artikelsicherung, Kaufhausdetektive etc. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass auch das EHI davon spricht, dass eine Kombination mehrere Maßnahmen sinnvoll ist. Oder salopp gesagt: Eine Videoüberwachung ist nicht DAS Allheilmittel schlechthin, erweist sich jedoch als ungemein nützlich wenn es gemeinsam mit anderen Mitteln eingesetzt wird. Also beispielsweise wenn es mit der Warensicherung integriert wird, aber vorallem, wenn geschulte Mitarbeiter auf Informationen aus Videobildern zurückgreifen können – unter anderem sogar in Echtzeit. So arbeiten beispielsweise Kaufhausdetektive nachweislich effizienter, wenn ihnen Kameras als Unterstützung zur Verfügung stehen.

Im Fazit argumentiert Frank Horst, Ressortleiter für Sicherheit und Inventurdifferenzen beim EHI, dass Investitionen in das Sicherheitssystem sich für den Handel mittelfristig rechnen müssen. Denn Investitionen werden nur getätigt, wenn dafür auch die Anzahl der Diebstähle sinkt. Sinnvoll ist es hierbei, nicht nur einen Bereich auszubauen, sondern auf Sicherheitstechnik sowie regelmäßige Personalschulungen zu setzen.

Meine Erfahrungen aus dem Bereich Retail decken sich mit den Erkenntnissen des EHI Retail Institutes Köln. Videoüberwachung soll immer als Bestandteil eines Sicherheitssystems gesehen werden, welche zukünftig vor allem noch intelligenter miteinander integriert werden. Dank unserem umfangreichen Partner-Netzwerk arbeiten wir hier mit den Spezialisten in ihrem jeweiligen Bereich zusammen, um für die Endkunden die ideale Lösung zu finden.

Ein Beispiel dafür ist die Edeka Filiale Lustfeld, die seit einiger Zeit auf Kameras von Axis setzt. Dank einer umfassenden Überwachung konnte der Inventurverlust auf praktisch Null gesenkt werden. Die Polizei konnte dank der hochauflösenden Bilder zwei Drittel der Diebe identifizieren. Neben einer umfassenden Überwachung der gesamten Ladenfläche, kommt hier auch eine intelligente Gegenlauferkennung am offenen Eingangsbereich zum Einsatz.