Sicherheit im Luftraum: Überwachung von Drohnen

Timo Sachse

Die Nutzung von Drohnen nimmt in vielen verschiedenen Industrien zu. Obwohl die Mehrheit Drohnen verantwortungsvoll nutzt und die meisten Einsätze positiver Natur sind: sie sind nicht ganz unproblematisch. Drohnen werden als mobile „fliegende Augen“ eingesetzt, um Videomaterial oder Bilder aus der Luftperspektive aufzunehmen. Gleichzeitig können sie aber auch für Unternehmensspionage oder zur Identifizierung von Sicherheitslücken verwendet werden. Zusätzlich könnten sie als mobile und fernsteuerbare Liefergeräte für illegale Waren genutzt werden oder sogar eine unmittelbare Bedrohung darstellen. Drohnen sind ein Sicherheitsrisiko, sobald sie unwissentlich in einen Luftraum mit Luftverkehr gesteuert werden oder Bodenpersonal beeinträchtigen. Unternehmen müssen diese neue Bedrohungsart als solche erkennen und Maßnahmen ergreifen, um Drohnen vom Boden aus überwachen und steuern zu können.

Das Risiko wächst: Drohnen müssen überwacht werden
Im April 2017 berichtete die britische Tageszeitung „The Guardian“, dass die Beschwerden bei der Polizei über Drohnen zugenommen haben, die in Einbrüche, gerade noch abgewendete Zusammenstößen in der Luft und dem Schmuggeln von illegalen Waren in Gefängnisse involviert waren. Zwar wird die Mehrheit der Drohnen für Freizeitzwecke verwendet: Bei einem Kaufpreis von nur 35 Euro pro Drohne steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass sie auch für illegale Zwecke genutzt werden.

Eine der zentralen Herausforderungen ist die Sicherheit von Flugzeugen. Im August 2016 gab es einen Vorfall am New Yorker Flughafen JFK. Dabei flog eine Drohne in einem Abstand von 30 Metern zwischen zwei landenden Flugzeugen. Zwischen August 2015 und Januar 2016 zählte die US-Behörde FAA (Federal Administration Aviation) 583 Vorfälle mit Drohnen. Ein großer Teil davon waren kleine Zwischenfälle, bei denen Piloten oder Bürger am Boden Drohnen meldeten, die im eingeschränkten Luftraum flogen, aber nicht unbedingt eine Gefahr darstellten. Dennoch muss jede potenzielle Bedrohung für Flugzeuge ernst genommen werden, da sie eine Katastrophe größeren Ausmaßes zur Folge haben kann.

Drohnen aufspüren, überwachen und mit ihnen umgehen
Eine Lösung für das Problem ist die Kombination aus Netzwerk-Kameras mit Sensordetektoren und einer Analyse-Software. Diese spürt Drohnen, die in den Luftraum eines Unternehmens eindringen, auf, überwacht und steuert sie. Der Axis Application Development Partner (ADP) Dedrone hat eine Plattformlösung entwickelt, die Daten von Sensordetektoren mit hochentwickelten Video-Analyse-Algorithmen aus Videomaterial verbindet. Dieses stammt von Netzwerk-Kameras, die ein weites Gebiet erfassen und eine visuelle Lokalisierung sowie Risikoentschärfung ermöglichen. Die Benutzeroberfläche der Lösung löst einen automatisierten visuellen Alarm aus und benachrichtigt die verantwortlichen Personen. Die Risikoentschärfung kann dabei verschiedene Gestalten annehmen: zum Beispiel eine Störung der Radio-Frequenz der Drohne, eine Störung des Signals durch Laser, den Einsatz einer anderen Drohne oder eine künstliche Vernebelung.

Die Lösung ermöglicht die Sicherung gefährdeter Orte. Das Aufspüren, Verfolgen und Überwachen von Drohnen rund um die Uhr, Echtzeit-Alarme und das Identifizieren von möglichen Bedrohungen – selbst wenn sich diese 100 Meter in der Luft befinden.

Die Gefahr, die von der Zunahme der Drohnen-Nutzung ausgeht – ob sie nun ganz harmlos ist oder eine böse Absicht dahinter steckt – ist real und nimmt zu. Sowohl mit Blick auf die Sicherheit als auch auf die Gefahrenabwehr ist es wichtig, dass Unternehmen jeder Art, die Risiken für ihr Geschäft, ihre Mitarbeiter und Kunden erkennen und darauf reagieren.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem englischsprachigen Axis Blog am 27. April.