Die Entwicklung von Onboard-Kameras im Transportwesen – Teil 2

In den letzten zehn Jahren sind Netzwerk-Kameras zu einem wesentlichen Bestandteil der Verkehrssicherheit geworden. Neue Innovationen bei den Onboard-Netzwerk-Kameras ermöglichen es, die Videoüberwachung effektiv in den öffentlichen Verkehr zu integrieren. Bei den Fahrgästen steigt zunehmend die Akzeptanz für die Einführung von mehr Netzwerk-Kameras im öffentlichen Nahverkehr. Dies belegt auch ein kürzlich verfasster Bericht von der Union Internationale des Transports Publics (UITP) und Axis Communications über Trends in der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr.

In einem ersten Beitrag wurden bereits einige Erkenntnisse des Berichtes wie verbesserter Speicherplatz oder aktuelle Herausforderungen aufgeführt. Im Folgenden werden als Fortsetzung weitere zentrale Punkte vorgestellt.

1. Neue Analysemöglichkeiten

Dank der verbesserten Rechenleistung von Onboard-Kameras, können dort nun Analyseapplikationen implementiert werden. Die Daten über die Fahrgastzahlen helfen, Dienstleistungen und den Personaleinsatz zu optimieren sowie natürlich auch für einen höheren Sicherheitsstandard sorgen. Unser Video zeigt eine Testinstallation in Berlin, wo AXIS P39-R-Kameras helfen, potenzielle Diebe zu identifizieren.

Mit der neuen Analysesoftware wird das Anwendungsspektrum im Transportbereich erweitert. Unbeaufsichtigtes Gepäck oder verdächtigen Verpackungen in öffentlichen Verkehrsmitteln beschäftigten die Polizei in den letzten Jahren zunehmen. Hier helfen intelligente Kameras, die dank einer Software vergessene Gepäckstücke erkennen können. Dadurch erhalten Polizei und andere Sicherheitsdienste zusätzliche Hilfe bei der Entdeckung verdächtiger Pakete und können schneller reagieren.

Der UITP-Bericht stellt heraus, dass bis zum Jahr 2018 alle 17 in der Umfrage untersuchten Analysemethoden, wie z.B. Einbruchsdetektion, Parameterschutz oder Gleiszugangserkennung im gesamten öffentlichen Verkehr eingesetzt wurden.

2. Sicherheit für Passagiere und Fahrzeugführer

Auch Fahrzeugführer machen von Zeit zu Zeit Fehler, manchmal sogar mit verheerenden Folgen. Um dieses Gefahrenpotential zu mindern, können mobile Überwachungssysteme mit gekoppelten Beschleunigungssensoren jedes Mal mit einer Aufzeichnung beginnen, wenn stark gebremst wird. Dadurch könnte festgestellt werden, ob das Bremsen auf eine schlechte Fahrweise oder auf den Verkehr zurückzuführen ist. Außerdem ist es dadurch bei der Untersuchung eines Unfalls einfacher, Videos innerhalb der relevanten Zeitspanne zu identifizieren. Durch diese Hilfe könnten Ermittler schneller feststellen, ob Fehler durch das Verhalten des Fahrers oder durch andere Umstände verursacht wurden. Ebenso könnte eine Onboard-Kamera mit angeschlossenem Audio mit der Aufnahme beginnen, wenn zum Beispiel die Hupe betätigt wird oder sogar wenn Stimmen erkannt werden. Das trägt dazu bei, dass sowohl Videomaterial als auch Audioaufnahmen eines Vorfalls vorhanden sind.

Ein weiterer Vorteil der nach außen gerichteten Kameras ist die Fahrerunterstützung. Selbst für den versiertesten Fahrzeugführer können Busse schwer zu manövrieren und beim Rückwärtsfahren kompliziert zu steuern sein. Äußere Fahrzeugkameras mit Bildschirmen auf dem Armaturenbrett könnten als digitale Spiegel fungieren, die dem Fahrer helfen, die Fahrbahnen besser zu überblicken. Dadurch kann die Sicherheit erhöht oder auch Unfälle vermieden werden. Die Technologie wird beispielsweiße auch verwendet, um die Kopplung von Eisenbahnwagen zu beschleunigen.

3. Der Weg in die Zukunft für Onboard-Kameras

Onboard-Kameras sind für die Sicherheit im Verkehr unerlässlich geworden. Neuere und leistungsfähigere Kameras passen sich schneller an plötzliche Lichtveränderungen an und erfassen noch mehr Details bei einem Bruchteil des Speicherplatzes, als sie es früher konnten. In Kombination mit einer intelligenten Analysesoftware können verdächtiges Gepäck oder Personen erkannt und Informationen zur Fahrgastauslastung bereitgestellt werden.

Der jüngste UITP-Bericht bestätigt auch die Wertschätzung der Fahrgäste und das Verständnis für zusätzliche Funktionen der Netzwerk-Kameras im öffentlichen Nahverkehr: Die befragten Verkehrsunternehmen gaben an, dass sie im Jahr 2015 Videos mit durchschnittlich ca. 3 Parteien teilten, während im Jahr 2018 der Durchschnitt auf 3,4 stieg. Daraus lässt sich ableiten, dass Passagiere und Verkehrsbetriebe mehr und mehr den Wert einer hochwertigen Videoüberwachung für ein sichereres Verkehrssystem verstehen.

Da Onboard-Kameras über ein Netzwerk mit immer mehr Geräten verbunden sind, wird ihr Nutzen weiter zunehmen. Sie spielen jetzt schon eine entscheidende Rolle bei Smart Cities-Konzepten. Natürlich sind mit diesen Möglichkeiten auch Verantwortlichkeiten verbunden. Die Cybersicherheit wird in der Welt von morgen immer wichtiger. Das „Internet der Dinge“ muss zum Schutz der Privatsphäre der Bürger und der Unternehmensdaten einheitlich gesichert werden. Die Technologie im öffentlichen Verkehr wird sich ständig weiterentwickeln und kann ein positives Beispiel dafür sein, wie Digitalisierung erfolgreich funktionieren kann.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem englischsprachigen Blog.