Die Entwicklung von Onboard-Kameras im Transportwesen – Teil 1

In den letzten zehn Jahren sind Netzwerk-Kameras zu einem wesentlichen Bestandteil der Verkehrssicherheit geworden. Dank neuer Technologien, die jetzt in die Onboard-Netzwerk-Kameras integriert werden können, hat sich auch das Spektrum der Lösungen vergrößert: von der Erhöhung der Sicherheit im Fahrzeuginneren über die Verbesserung der Sicherheit beim Ein- und Aussteigen von Fahrgästen bis hin zur Optimierung des Fahrerverhaltens. Die Videoüberwachung wurde so in den vergangenen Jahren sehr effektiv in den öffentlichen Personennahverkehr integriert. Dies belegt auch ein Bericht von Union Internationale des Transports Publics (UITP) und Axis Communications über Trends in der Videoüberwachung im öffentlichen Verkehr. Im Folgenden werden die zentralen Punkte des Reports vorgestellt:

1. Entwicklung der Onboard-Kameratechnologie

Für die Entwicklung von Onboard-Kameras spielt die Lebensdauer der Produkte eine entscheidende Rolle. Hintergrund hierbei ist, dass Fahrzeuge im öffentlichen Nahverkehr oft bis zu 40 Jahre eingesetzt und im Gegensatz dazu Kameras in der Regel alle sieben bis acht Jahre ausgetauscht werden. Deshalb ist es wichtig, dass Kameras leicht ausgewechselt werden können. Hersteller mit geeigneten Produktlösungen müssen zudem dafür sorgen, dass es auch bei fortschreitender Technologie möglich ist, ältere Fahrzeuge jederzeit nachzurüsten.

Hersteller von Onboard-Kameras präsentierten der Branche dabei einige Innovationen: Die mechanischer Komponenten sind nun robuster und zuverlässiger als jemals zuvor und auch die Bildqualität wurde signifikant optimiert. Außerdem wurden die Speicherfähigkeit und die Datenübertragung deutlich verbessert und Cybersecurity ist mehr denn je ein elementarer Bestandteil des Sicherheitskonzepts.

Wie aus dem UITP-Bericht hervorgeht, führte die Digitalisierung auch im Verkehrswesen zu einer engeren Vernetzung der Geräte. Die Anzahl der analogen Kameras in der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur ist im Vergleich zu 2015 deutlich zurückgegangen (von 25 auf 18 Prozent), da Neuinstallationen zunehmend mit digitaler Technologie versehen sind. 82 Prozent der internationalen Verkehrsunternehmen haben eine digitale Komponente in ihrem System, so dass der Übergang zu digitalen Videoüberwachungssystemen vereinfacht wird.

2. Lichtveränderungen als Herausforderung

Fahrzeuge sehen sich ständig verändernden Umgebungen gegenüber: von hellem Sonnenlicht über einen dunklen Tunnel bis hin zu schlechtem Wetter. Kameras sind hierbei ähnlich gefordert wie das menschliche Auge: beim Wechsel von einem sehr dunklen zu einem hellen Ort – oder umgekehrt – benötigt das menschliche Auge Zeit, um sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Unser Video zeigt veränderte Lichtverhältnisse im Rahmen einer Testinstallation in Berlin mit der AXIS P39-R-Kamera-Serie.

Wenn beispielsweise ein Bus oder Zug aus einem dunklen Tunnel in die strahlende Sonne fährt, muss sich die Kamera an die Lichtveränderungen schnell anpassen. Gleichzeitig muss sichergestellt werden, dass alle forensischen Details auch in den dunklen Teilen einer Szene gut sichtbar sind – ohne die hellen Teile dabei zu überbelichten.
Um diesen anspruchsvollen Anforderungen gerecht zu werden, müssen Onboard-Kameras mit fortschrittlichen Bildverarbeitungstechnologien wie Wide Dynamic Range (WDR) ausgestattet sein. Es gibt viele verschiedene WDR-Lösungen auf dem Markt.

Eine weitere verkehrsspezifische Herausforderung besteht bei Nachtfahrten. Fernverkehrsunternehmen, ob im Bus- oder Bahnverkehr, schalten oftmals das Innenlicht aus, um den Fahrgästen das Schlafen zu erleichtern. Die Dunkelheit können jedoch auch Kriminelle ausnutzen.

Um dieses Problem zu lösen, müssen Onboard-Kameras in der Lage sein, auch bei Dunkelheit mehr zu sehen als das menschliche Auge. Moderne Bildverarbeitungstechnologien können relevante Objekte auch bei sehr schlechten Lichtverhältnissen mit naturgetreuen Farben darstellen und erkennen. Solche forensischen Details sind unerlässlich für die Strafverfolgung, die Abschreckung von Kriminellen und die Erhöhung der allgemeinen Sicherheit der Fahrgäste.

3. Mehr Inhalte, weniger Speicherplatz

Ein Nachteil von analogen Systemen ist, dass Videos nicht komprimiert werden können. Zudem ist verfügbarer Onboard-Speicherplatz oft Mangelware. Aus diesem Grund wird Videomaterial oftmals schnell gelöscht oder überspielt, um Platz für neue Bilder zu schaffen.

Dies schränkt jedoch den Nutzen der Kameras ein. Die Lösung: Bilder sinnvoll komprimieren, um so Speicherplatz zu sparen. Wichtig ist hierbei, weder die Qualität des Videomaterials noch die Benutzerfreundlichkeit zu beeinträchtigen. Mittels intelligenterer Codecs kann nun der Speicherplatz erheblich reduziert werden, ohne dabei die Gesamtqualität des Videos zu beeinträchtigen.

Weitere Beispiele für die Entwicklung von Onboard-Kameras im Transportwesen und Ergebnisse der Studie von UITP und Axis Communications folgen in einem weiteren Beitrag.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf dem englischsprachigen Blog.