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Vandalismusschutz bei Netzwerk-Kameras

Videoüberwachungskameras werden häufig in Umgebungen eingesetzt, die eine hohe Beanspruchung mit sich bringen. Zuweilen sind die Kameras dabei dem Risiko böswilliger Gewalt ausgesetzt. Öffentliche Verkehrsmittel, Schulen, Justizvollzugsanstalten und Ladengeschäfte sind nur einige Beispiele für Einsatzorte, an denen Gewalttäter oder andere Kriminelle versuchen können, Kameras zu manipulieren, zu zerstören oder zumindest ihre Funktion zu beeinträchtigen.

Höchstwahrscheinlich wird es niemals Kameras geben, bei denen in jeder Situation uneingeschränkter Schutz vor destruktivem Verhalten garantiert ist – dennoch stehen Kameraherstellern verschiedene Technologien zur Verfügung, die Sicherheitsbeauftragten helfen können, mit Vandalismus umzugehen.

Kameraschutzgehäuse

Eine gute Basisstrategie zum Sichern von Kameras ist der Einsatz von Schutzgehäusen. Die Kameragehäuse sind in verschiedenen Größen und Ausführungen erhältlich, es gibt beispielsweise wetterfeste und manipulationsgeschützte Modelle. Einige Varianten bieten integrierte Heizelemente oder Lüfter zur Kühlung.

Vandalismusgeschützte Konstruktion

Betrachtet man die Kamera selbst, ist ein erster Schritt für den Schutz vor Vandalismus das gezielte Anpassen der Kameramechanik. Unter anderem sollte für das Gehäuse und für möglichst viele weitere Bauteile Metall statt Kunststoff verwendet werden.
 

Fest installierte Kuppelkamera Herkömmliche unbewegliche Kamera

 
 

Auch die Form der Kamera ist äußerst wichtig: Verglichen mit einer fest installierten Kuppelkamera ist eine herkömmliche unbewegliche Kamera empfindlicher gegenüber Angriffen und leichter durch Schläge oder Tritte aus der richtigen Position zu bringen. In einer festen Kuppelkamera ist das Objektiv besser vorborgen, besonders bei Einsatz einer Rauchglasabdeckung. Durch die abgerundete, glatte Form ist es zudem schwieriger, das Sichtfeld der Kamera einzuschränken, etwa durch Verhängen mit einem Kleidungsstück. Es gibt jedoch auch einen Nachteil: Eine schwere, wuchtige Kamera bietet zwar besseren Vandalismusschutz, kann jedoch Designansprüchen zuwiderlaufen, wenn eine eher unauffällige und kompakte Kamera gewünscht wird.

Um eine fest installierte Kuppelkamera zusätzlich gegen Vandalismus zu schützen, kann für die transparente Abdeckung ein robustes durchsichtiges Material verwendet werden, beispielsweise Polycarbonatkunststoff (aus dem auch kugelsicheres „Glas“ gefertigt wird). Je dicker die Kuppelabdeckung ist, desto höher ist ihre Widerstandsfähigkeit. Andererseits kann eine sehr dicke transparente Abdeckung die optische Qualität stark beeinträchtigen und unerwünschte Spiegelungen und Lichtbrechungen hervorrufen. Bei Rauchglasabdeckungen stellt sich dieselbe Problematik.

Geschützte Befestigung

Durch Bereitstellung von Befestigungsschrauben, die sich nicht mit Standardwerkzeug bearbeiten lassen, können Kamerahersteller es Unbefugten erschweren, Kameras von Wänden oder Decken zu demontieren. Je ungewöhnlicher die Schrauben sind, desto mehr Schutz bieten sie. Allerdings benötigt auch autorisiertes Personal für derartige Schrauben Spezialwerkzeug, wenn Kameras angebracht, abgenommen oder neu positioniert werden müssen. Aus der Sicht des Endkunden kann dies als Einschränkung der Flexibilität betrachtet werden.

Ein weiterer Faktor ist die Verkabelung der Kamera: Optimaler Schutz besteht, wenn das Kabel zur Kamera unter Putz verlegt ist, da dann keine Kabel sichtbar und somit für Manipulationen anfällig sind. Wenn eine solche verdeckte Verlegung nicht möglich ist, sollte ein Kabelschlauch aus Metall verwendet werden, um die Kabel zu schützen.

Strategische Kamerapositionierung

Die Position der Kamera spielt naturgemäß eine wichtige Rolle. Wenn die Kamera an hohen Wänden oder an der Decke außer Reichweite platziert ist, können viele spontane Angriffe vermieden werden.

Intelligent Video (IV)

Intelligentes Video

Durch Fortschritte beim intelligenten Video ist es neuerdings möglich, Videoanalysetechnologie in Netzwerk-Kameras und Videoverwaltungssysteme einzubinden und Kameras dadurch zusätzlich vor Vandalismus zu schützen. Mit ausgefeilten Algorithmen kann dabei erkannt werden, ob eine Kamera umpositioniert, verdeckt oder auf andere Weise manipuliert wurde. Wenn ein Problem vorliegt, werden Überwacher in zentralen Kontrollräumen oder Mitarbeiter vor Ort alarmiert. Besonders sinnvoll ist dieses Verfahren bei großen Anlagen mit hunderten oder tausenden von Kameras in anspruchsvollen Umgebungen, bei denen es schwierig ist, alle Kameras im Blick zu behalten und das korrekte Überwachen und Aufzeichnen zu prüfen. Wenn keine Live-Anzeige erfolgt, vereinfacht intelligentes Video die automatische Überwachung: Bei Kameramanipulationen erhalten die zuständigen Kamerabetreiber eine Benachrichtigung.

Vandalismusschutz

Ziele

Es ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine völlig vandalismussichere Kamera zu konstruieren. Durch zahlreiche Funktionen und bewährte Verfahren lässt sich der Schutz vor Gewalt und Vandalismus jedoch verbessern. Unabhängig von der spezifischen technischen Umsetzung werden mit Vandalismusschutzmaßnahmen die folgenden wichtigen Ziele verfolgt:

  • Erschweren
    Das Manipulieren einer Videoüberwachungskamera muss schwierig sein und – was vielleicht noch wichtiger ist – schwierig erscheinen. Kamerakonstruktion und -positionierung sollten vor Manipulationsversuchen abschrecken.
  • Unsicherheit schaffen
    Wenn Gewalttäter eine Kamera angreifen, sollten sie nicht genau erkennen können, ob die Kamera zerstört worden ist oder ob sie die Gewalttat noch aufzeichnen konnte.
  • Verlängern bzw. verzögern
    Selbst wenn es nicht möglich ist, eine Kamera auf lange Sicht vor einem zielgerichteten feindlichen Angriff zu schützen, ist es doch sinnvoll, dafür zu sorgen, dass alle Versuche einer Umpositionierung oder Zerstörung der Kamera sehr zeitaufwendig sind. Jede zusätzliche Sekunde erhöht die Chancen dafür, dass die Gewalttäter entdeckt werden oder von selbst aufgeben.
  • Erkennen und Alarm melden
    Intelligente Funktionen erkennen, dass sich jemand an der Kamera zu schaffen macht, und senden eine Benachrichtigung an die Kamerabetreiber. Diese können dann umgehend das Personal vor Ort alarmieren, das sich des Problems annimmt – durch Reinigen, Einstellen oder Austauschen der Kamera oder auch durch ein Eingreifen, bevor die Täter ihr Werk vollendet haben.
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