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Komprimierung Viele Komprimierungsstandards zur Auswahl Die Bild- und Videokomprimierung kann mit oder ohne Qualitätseinbußen erfolgen. Bei der verlustfreien Komprimierung wird jedes Pixel unverändert beibehalten, so dass das Bild bei der Dekomprimierung originalgetreu wiederhergestellt wird. Allerdings ist das Komprimierungsverhältnis dabei sehr klein; die Datenreduzierung ist beschränkt. Ein bekannter verlustfreier Komprimierungsstandard ist das GIF-Format. Da das Komprimierungsverhältnis klein ist, sind solche Formate für Netzwerk-Videolösungen kaum geeignet, bei denen große Bildmengen gespeichert und übertragen werden müssen. Daher wurden mehrere verlustreiche Komprimierungsverfahren und -standards entwickelt. Die grundlegende Idee besteht in der Reduzierung von Elementen, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Dadurch lässt sich das Komprimierungsverhältnis erheblich erhöhen. Bei der Komprimierung gibt es zudem zwei verschiedene Ansätze: die Komprimierung von Einzelbildern und die Video-Komprimierung. Komprimierungsstandards für Einzelbilder Alle Komprimierungsstandards für Einzelbilder konzentrieren sich auf nur ein Bild zur gleichen Zeit. Der bekannteste und meistgenutzte Standard ist JPEG. JPEG JPEG wurde zunächst Mitte der 80-er Jahre von der Joint Photographic Experts Group standardisiert. JPEG-Bilder können in einem Standard-Browser dekomprimiert und angezeigt werden. Die JPEG-Komprimierung kann auf mehreren Stufen erfolgen, die vom Benutzer ausgewählt werden und bestimmen, wie stark ein Bild komprimiert wird. Die gewählte Komprimierungsstufe wirkt sich direkt auf die gewünschte Bildqualität aus. Neben der Komprimierungsstufe hängt die Höhe des Komprimierungsverhältnisses auch vom Bild selbst ab. Zum Beispiel kann aus einer weißen Wand eine relativ kleine Bilddatei (mit entsprechend hohem Komprimierungsverhältnis) erzeugt werden, während dieselbe Komprimierungsstufe bei einem komplexen, gemusterten Motiv eine größere Datei (geringeres Komprimierungsverhältnis) erzeugt.
JPEG2000 Ein weiterer Komprimierungsstandard für Einzelbilder ist JPEG2000. Auch dieser Standard wurde von der Joint Photographic Experts Group entwickelt. Er wurde vor Allem für medizinische Anwendungen und die Einzelbild-Fotografie entwickelt. Bei einem niedrigen Komprimierungsverhältnis führt er zu ähnlichen Ergebnissen wie JPEG; bei relativ hoher Komprimierung schneidet er etwas besser ab. JPEG2000 wird bisher jedoch nur von wenigen Browsern, Viewern und Bildverarbeitungsprogrammen unterstützt. Video-Komprimierungsstandards Motion JPEG Motion JPEG ist der gängigste Standard für Netzwerk-Videosysteme. Netzwerk-Kameras erfassen, wie digitale Einzelbildkameras, einzelne Bilder und komprimieren sie in das JPEG-Format. Die Netzwerk-Kamera kann zum Beispiel 30 solcher Einzelbilder (30 fps = 30 Bilder pro Sekunde) erfassen und komprimieren und sie später wieder als fortlaufenden Bildfluss über ein Netzwerk an ein Anzeigegerät weiterleiten. Bei einer Bildrate von mindestens 16 fps empfindet der Betrachter die Bildfolge als vollständig bewegte Bilder. Diese Methode wird als Motion JPEG oder M-JPEG bezeichnet. Da jedes Einzelbild ein vollständiges JPEG-komprimiertes Bild ist, ist die Qualität bei allen Bildern gleich und wird von der Komprimierungsstufe bestimmt, die für die Netzwerk-Kamera oder den Videoserver gewählt wurde.
Beispiel für eine Sequenz aus drei vollständigen JPEG-Bildern H.263 Das Komprimierungsverfahren H.263 zielt auf eine Video-Übertragung mit fester Bitrate. Ihr Nachteil besteht in einer geminderten Bildqualität bei bewegten Objekten. H.263 wurde ursprünglich für Videokonferenzen und nicht für Überwachungsaufgaben entwickelt, bei denen die Detailtreue wichtiger als die Bitrate ist.
MPEG Eines der bekanntesten Audio- und Videostromverfahren ist MPEG (Ende der 80-er Jahre von der Motion Picture Experts Group entwickelt). Dieser Abschnitt konzentriert sich auf den Teil der MPEG Videostandards, der sich direkt auf Video bezieht. Das Grundprinzip von MPEG besteht in dem Vergleich von zwei komprimierten Bildern, die über das Netzwerk übertragen werden. Das erste komprimierte Bild wird als Bezugsgröße genutzt. Nur die Bestandteile der folgenden Bilder, die sich von diesem Bezugsbild unterscheiden, werden gesendet. Das Netzwerk-Anzeigegerät rekonstruiert dann alle Bilder aus dem Bezugsbild und den Differenzdaten. Obwohl die Videokomprimierung mit MPEG komplexer ist, führt sie zu einem niedrigeren Datenaufkommen im Netzwerk als unter Motion JPEG. Dies ist auf der folgenden Seite zu erkennen, wo nur die Daten für die Differenz zwischen dem zweiten und dem dritten Bild übertragen werden.
Natürlich ist MPEG noch weitaus komplexer als oben beschrieben; oft werden zusätzlich Techniken oder Tools für Parameter wie die Antizipierung von Bewegungen in einer Szene und die Identifizierung von Objekten genutzt. Es gibt eine Reihe verschiedener MPEG-Standards:
Der Grundgedanke besteht darin, dass man sich für einen Video-Komprimierungsstandard entscheiden sollte, der weit verbreitet ist und eine hohe Bildqualität gewährleistet, wie M-JPEG oder MPEG-4. H.264Der neueste Komprimierungsstandard H.264 wird sich nach den Erwartungen von Experten in den nächsten Jahren als Videostandard der Wahl durchsetzen. Bewährt hat er sich bereits in Geräten wie Handys und digitalen Videoplayern. Der Videoüberwachungsbranche bietet H.264 neue Möglichkeiten zur Speicherkostenreduzierung und zu einer Verbesserung der Gesamteffizienz. H.264 (auch als MPEG-4 Part 10/AVC bezeichnet) ist ein offener, lizenzierter Standard, der die meisten heute üblichen, wirksamen Videokomprimierungsverfahren unterstützt. Ohne Einbußen bei der Bildqualität erreicht der H.264-Encoder bei digitalen Videodateien im Vergleich zu Motion JPEG eine 80 % höhere Komprimierung. Gegenüber dem herkömmlichen Standard MPGE-4 Part 2 wird eine um 50 % höhere Komprimierung erzielt. Diese Zahlen machen H.264 für die Videoüberwachung äußerst interessant.
Bitratenvergleich verschiedener Videostandards für einen Videostream von 115 Sekunden Länge bei gleicher Bildqualität Der H.264-Encoder erwies sich als mindestens dreimal so effizient wie ein MPEG-4-Encoder ohne Bewegungsausgleich und mindestens sechsmal so effizient wie Motion JPEG.
Geringere Kosten für Speicher und Bandbreite
Höhere Auflösung und Bildfrequenz
Schnellere Akzeptanz von Megapixel-Kameras
Ausblicke
Ursprung von H.264 Unterstützung von Motion JPEG, MPEG-4 oder H.264 durch Axis
Zahlreiche Axis Videoprodukte bieten modernstes Echtzeit-
Video-Encoding, das Video-Streaming in Motion
JPEG und MPEG-4 oder H.264 ermöglicht. Hierdurch
können Benutzer auf flexible Weise die Bildqualität für
die Aufzeichnung erhöhen und die für die Live-Bildwiedergabe
erforderlichen Bandbreiten reduzieren und
anpassen.
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